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Charttechnik-Training : Mit Kerzencharts die Kurswende erkennen

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Bessere Performance mit dem Chart-Training von FAZ.NET Bild: FEM

Candlesticks tragen nicht nur illustre Namen wie Doji oder Hammer. Sie eignen sich auch besonders gut zum Erkennen von Kurswenden.

          Japanische Kerzencharts, auch Candlesticks genannt, erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Denn mehr als jede andere Chartart geben sie Hinweise auf die Stimmung unter den Anlegern. So hat die Vergangenheit schon oft gezeigt, dass sich mit Kerzencharts bei hoher Trefferquote Veränderungen in der Kursrichtung erkennen lassen.

          Hilfreich dabei: Jede einzelne Kerze zeigt täglich auf lebendige Weise die Aktionen der Anleger. Der Vorteil gegenüber einem normalen Balkenchart (siehe dazu auch den Link im Dossier: „Die Chartform-Wahl will gelernt sein“) besteht darin, dass mit einer Kerze Angst und Gier der Marktteilnehmer optisch dargestellt werden können. Die Aussagefähigkeit und das Prognoseergebnis lässt sich sogar noch verbessern, indem mehrere Candlesticks zu Formationen gebündelt werden.

          Wie sich herausgestellt hat, eignen sich Kerzencharts besonders gut zum Erkennen von Wendepunkten. So lassen Candlesticks nach einem Abwärtstrend oft genau den Tag erkennen, nach dem es mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder aufwärts geht.

          Morning Star, Doji, Dark Cloud & Co

          Die japanische Fachliteratur kennt rund vierzig Umkehrformationen. Sie bestehen aus bis zu fünf Kerzen. Die einzelnen Formationen tragen so illustre Namen wie „Morning Star“, „Doji“, „Dark Cloud“ oder „Three White Soldiers“. Der Fachmann erkennt allein am Namen, wie die jeweilige Formation auszusehen hat. Die beiden bekanntesten unter ihnen sind das „Engulfing Pattern“ und der „Hammer“. Beide können in einem Aufwärts- oder Abwärtstrend zur Prognose der weiteren Kursrichtung genutzt werden.

          So besteht das „Engulfing Pattern“ aus zwei Kerzen, bei denen die zweite Kerze mit ihrem Körper die Erste umschliesst und eine andere Farbe hat. In einem Abwärtstrend muss auf eine schwarze eine längere weiße Kerze folgen. Man nennt dies dann ein „Bullish Engulfing Pattern“. Umgekehrt die Voraussetzung in einem Aufwärtstrend - eine schwarze Kerze folgt der weißen Kerze. Der erste unten angehängte Chart der Allianz AG zeigt mehrere Beispiele für beide Arten des „Engulfing Pattern“.

          Chartbeispiele bestätigen die Theorie

          Ein weiterer Hinweis auf eine mögliche Trendumkehr zeigt der „Hammer“ an. Er hat einen langen Strich unter- oder oberhalb des sehr kleinen Körpers. Im Aufwärtstrend befindet sich dieser Strich, auch Schatten genannt, oberhalb des Körpers, während er sich im Abwärtstrend darunter befinden sollte. Dabei gilt: Je länger der Schatten, desto größer die Wahrscheinlichkeit für ein korrektes Signal. Als bestätigt sieht der Charttechniker die Umkehrformation des Hammers allerdings erst dann an, wenn am nächsten Tag die nächste Kerze entgegen der vorherigen Trendrichtung läuft. Im unten angehängten zweiten Chart der Deutschen Bank sind mehrere dieser Kerzen eingezeichnet. Beachten Sie in beiden Chartbildern die nachfolgende Kursentwicklung. In beiden Fällen wird die Theorie durch die Praxis bestätigt.

          Wer von der Prognosefähigkeit der Kerzencharts überzeugt ist und sich eingehender mit dem Thema beschäftigen will, dem sei das Buch „Chartanalyse mit Candlesticks“ des weltweit anerkannten Kerzenchart-Experten Steve Nison empfohlen.

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