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Mittelstandsanleihen-Ticker : Singulus bereitet Kapitalschnitt vor

FFK-Anleger könnten mehr als 30 Prozent bekommen

22.07.2014 Die Anleihengläubiger des insolventen Abfallaufbereiters FFK Environment könnten bis zu 30 Prozent ihres Investments zurückerhalten. Dies vermeldete die Kanzlei Mönning & Georg, die mit der Verwaltung der Insolvenz betraut ist. Für eine genaue Prognose sei es zwar noch viel zu früh, die Bandbreite liege zwischen einem „höheren, einstelligen Prozentbereich“ und mehr als 30 Prozent. An dem Verfahren seien nach Angaben der Kanzlei über 700 Forderungen mit einem Volumen von nahezu 60 Millionen Euro beteiligt.

Ab August übernimmt die Eurologistik Umweltservice die Rohstofftiger Gesellschaft für Wertstoffaufbereitung und Rückgewinnung sowie den Logistikbereich der Muttergesellschaft. Der Investorenprozess für die dritte Gesellschaft aus dem FFK-Konzern, der FFK Compositepellets, laufe derweil weiter.

Eine erfolgreiche Übernahme werde im Wesentlichen davon abhängen, ob der Anlagenbauer Dieffenbacher die technischen Probleme der neuartigen Maschine zur Produktion von Pellets aus biogenen und fossilen Grundstoffen (z.B. Braunkohle) lösen werde und die Anlage in den Dauerbetrieb genommen werden könne, so Mönning & Georg.

Die Anlage war mit der seinerzeit begebenen Unternehmensanleihe im Volumen von 16 Millionen Euro finanziert worden, hatte aber aufgrund technischer Probleme nicht in den Dauerbetrieb gehen können. Dadurch seien notwendige Einnahmen entfallen, mit denen das Darlehen hätte bedient werden müssen, so Mönning & Georg. Dies sei ein Grund für die folgenden Insolvenzanträge der Gesellschaften gewesen. Die Maschine wurde überarbeitet und befindet sich im Testbetrieb.

Für eine mögliche Quote auf die Forderungen der Anleger und der übrigen Gläubiger sei wesentliches, ob und welche der zahlreichen Schadenersatzforderungen auf langfristige Lieferverpflichtungen obsiegten und ob es gelingen könne, auch das Vermögen der Compositepellets zu veräußern.

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Scope stuft Deutsche Forfait auf „CCC“ ab

22.07.2014 Die Rating-Agentur Scope hat die Bonitätsnote des Außenhandelsfinanzierers Deutsche Forfait (DF) um zwei Stufen auf „CCC“ von „B-“ gesenkt. Eine weitere Senkung ist möglich. Als Grund nennt Scope die fortdauernde Unsicherheit hinsichtlich der amerikanischen Sanktionen. DF steht seit Februar wegen angeblicher Verstöße gegen die Iran-Sanktionen auf der schwarzen Liste der amerikanischen Office of Foreign Assets Control (siehe Ticker vom 17.02.2014). Dadurch ist das Geschäft in Dollar und Euro deutlich erschwert worden. Derzeit lebe das Unternehmen bei sehr begrenztem Geschäftsvolumen von seinen Barreserven, so Scope. Die Agentur schätzt den Mittelabfluss auf rund eine Million Euro im Monat. Wie lange das Widerspruchsverfahren noch in Anspruch nehmen werde, sei ungewiss.

Auch wenn die Deutsche Forfait die Anleihezinsen von 2,36 Millionen Euro am 27. Mai gezahlt habe, werde die Liquidität nicht ausreichen, um die kurzfristigen Schulden von 43,3 Millionen Euro zu Jahresbeginn zu decken. Derzeit verhandele das Unternehmen mit den Banken.

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