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Mittelstandsanleihen : MS Deutschland droht Notverkauf

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

Der Betreibergesellschaft des „Traumschiffs“ MS Deutschland fehlt selbst das Geld für den nächsten Werftaufenthalt. Im schlimmsten Fall könnte das Schiff versteigert werden.

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          Die Zukunft des finanziell auf Grund gelaufenen „Traumschiffs“ bleibt völlig unklar. Nach der Insolvenz der Betreibergesellschaft bleibt unklar, ob die Weltreise der „Deutschland“ wie geplant am 18. Dezember starten kann. Das sagte der vorläufige Insolvenzverwalter Reinhold Schmid-Sperber auf der Gläubigerversammlung am Mittwoch in München.

          Derzeit fehlt sogar das Geld für den anstehenden Werftbesuch des als „Traumschiff“ im ZDF bekanntgewordenen Kreuzfahrtschiffes. Die Suche nach einem Investor laufe. Derzeit gebe es zwei Interessenten, teilte die MS Deutschland mit. „Im Moment gibt es aber noch niemanden, der einen akzeptablen Preis bietet“, sagte indes der Sprecher des Insolvenzverwalters, Andreas Jung.

          Derzeit deutet vieles darauf hin, dass das „Traumschiff“ verkauft wird. „Die gute Nachricht ist, dass wir jetzt in der Lage sind, das Schiff lastenfrei zu verkaufen“, sagte Schmid-Sperber. Sollte kein Investor gefunden werden, könnte jedoch im schlimmsten Fall der Notverkauf - also die Versteigerung - drohen.

          Anleihegläubiger sollen auf ihr Faustpfand weitgehend verzichten

          Der Erlös steht den Inhabern der Mittelstandsanleihe zu, doch könnten diese nur einen Teil ihres investierten Geldes zurückbekommen. Dies gilt um so mehr, als eigentlich geplant war, den gemeinsamen Vertreter der Anleihegläubiger zu bevollmächtigen, unter Umständen auf dieses Anrecht zu verzichten.

          Zum einen hätte er den Treuhänder anweisen sollen, einen Rangrücktritt in Höhe von bis zu 10 Millionen Euro zu erklären. Damit hätte ein Massedarlehen besichert werden sollen. Zum anderen hätte der Vertreter im Falle einer Verwertung der „Deutschland“ durch den Insolvenzverwalter, unter bestimmten Voraussetzungen die Bewilligung zur Löschung der Schiffshypothek zu erteilen.

          Die Besicherung der Anleihe durch das Schiff war seinerzeit eines der wichtigsten Verkaufsargumente gewesen, um Anleger zu überzeugen, der MS Deutschland Geld zu leihen.

          Das scheiterte aber, weil abermals weniger als 50 Prozent des Anleihevolumens in München vertreten waren. Auf ihrer Versammlung wählten die Gläubiger Stefan Ulrich von der Unternehmensberatung STU Management Partners zu ihrem gemeinsamen Vertreter. 56 Prozent votierten für Ulrich gegenüber dem Anlegeranwalt Klaus Nieding.

          Die Gesellschaft MS Deutschland, der das Schiff gehört, hat rund 56 Millionen Euro Schulden. Davon sind 50 Millionen Euro Anleiheschulden, für die die Gesellschaft hohe Zinsen zahlen muss.

          Löhne und Gehälter der 280-köpfigen Crew sind bis Ende Januar durch das Insolvenzgeld gesichert. Für die geplanten Reisen der „Deutschland“ sind weiterhin Reservierungen möglich, von denen der Kunde aber jederzeit zurücktreten kann. Die Buchungslage sei gut, sagte Schmid-Sperber. „Nur sechs von über 2000 Buchungen wurden storniert.“

          Für den Werftbesuch befindet sich die „Deutschland“ derzeit auf dem Weg ins spanische Cádiz. Das Schiff braucht eine Überprüfung, die sogenannte Klasse, sonst darf es ab Dezember nicht mehr fahren. Die Kosten für die Überprüfung bezifferte Schmid-Sperber auf rund zwei Millionen Euro. Teile davon müssen im Voraus an die Werft überwiesen werden. „Die Werft will eine Million Euro, sonst macht sie die Tore nicht auf“, sagte Schmid-Sperber.

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