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Mitelstandsanleihen : Deutsche-Forfait-Gläubiger sollen auf Großteil der Zinsen verzichten

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Autobau im Iran. Nicht nur die Wirtschaft des Landes leidet unter den Sanktionen. Wer wie DF in Verdacht gerät, für den wird es teuer. Bild: AFP

Der Verdacht, gegen die Iran-Sanktionen verstoßen zu haben, wurde für den Außenhandelsfinanzierer Deutsche Forfait teuer. Jetzt soll er auch die Anleihegläubiger Geld kosten.

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          Im Februar wurde der deutsche Außenhandels-Finanzierer DF Deutsche Forfait von den amerikanischen Behörden wegen angeblicher Verstöße gegen die Iran-Sanktionen auf die Schwarze Liste genommen (siehe Mittelstandsanleihen-Ticker vom 17.2.2014). Das legte den Geschäftsbetrieb in weiten Teilen lahm. Nachdem die DF mittlerweile von der Liste genommen wurde, ist eine Sanierung nötig.

          Das ist schon eine positive Nachricht, ging es doch in diesem Sanierungsgutachten um die Existenzfrage. Indes gaben die Wirtschaftsprüfer jetzt eine positive Fortführungs-Prognose, sofern das Restrukturierungskonzept umgesetzt wird.

          Weniger Zinsen und ein Umtauschangebot

          Neben einer Barkapitalerhöhung und einer mit den Banken vereinbarten Prolongation von Kreditlinien und einer Zinsreduktion sollen auch die Anleihegläubiger verzichten. Zum einen soll der Anleihenzins von 7,875 auf 2 Prozent rückwirkend von Mai 2014 an gesenkt werden. Das bedeutet, dass auch die im Mai fälligen Zinsen nur teilweise gezahlt werden. Für den Zinsverzicht soll eine noch nicht konkret feststehende Gegenleistung geboten werden. Großgläubiger fordern nach Mitteilung weitere Aktien. Eine Gläubigerversammlung soll darüber soll noch im Dezember oder Januar abstimmen.

          Zum anderen soll den Anleiheinvestoren angeboten werden, ihre Anleihen in Aktien einzutauschen. Das Umtauschverhältnis für die Anleihen soll noch bekannt gegeben werden, es soll aber auch eine Barabfindung angeboten werden. Für den Umtausch sollen 3,4 Millionen neue Aktien zur Verfügung stehen.

          In den ersten neun Monaten dieses Jahres ist nach vorläufigen Zahlen ein Verlust von rund 9 Millionen Euro entstanden. Im Gesamtjahr 2013 betrug der Verlust nach neuen Zahlen nun 12,6 Millionen Euro. Auf Basis der im März 2014 veröffentlichten vorläufigen Zahlen ging die Gesellschaft noch von einem Konzernverlust von 3,8 Millionen Euro für 2013 aus. Durch den Verlust reduzierte sich das Eigenkapital zum 31. Dezember 2013 mit 10,2 Millionen Euro um mehr als die Hälfte.

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