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Neue Mittelstandsanleihe : SAG Motion bietet 7,5 Prozent

Fertigung von SAG in Mexiko Bild: SAG Motion

Mit dem Autozulieferer SAG Motion kommt ein neuer Emittent an den Markt für Mittelstandsanleihen. Das Management stellt das Unternehmen derzeit neu auf.

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          Lange hat man am Markt für Mittelstandsanleihen keinen neuen Emittenten mehr begrüßen können. Mit der SAG Motion will seit heute wieder ein neues Unternehmen bis zu 30 Millionen Euro einsammeln. Die Österreicher stellen in der Hauptsache Kraftstofftanks für Lastkraftwagen her und bieten Anlegern für die üblichen fünf Jahre Laufzeit 7,5 Prozent Zinsen.

          Martin Hock
          Redakteur in der Wirtschaft.

          SAG Motion, als Teilkonzern der Salzburger Aluminium AG, hat im vergangenen Jahr 169 Millionen Euro umgesetzt. Das war rund ein Prozent mehr als im Jahr davor, aber auch 4 Prozent weniger als 2011. Einen ähnlichen Verlauf nahmen die Erträge, die sich 2013 wieder verbesserten, aber das Niveau von 2011 nicht erreichen konnten.

          In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres gingen die Umsätze gegenüber der Vorjahresperiode leicht auf knapp 80 Millionen Euro zurück. Unter dem Strich stand ein Verlust von 721.000 Euro, immerhin aber nur gut ein Drittel des Verlusts der Vorjahresperiode. Mit einer Eigenkapitalquote von knapp 26 Prozent scheint das Unternehmen nicht zu schlecht kapitalisiert, auch das Verhältnis der Nettofinanzverbindlichkeiten zum operativen Gewinn erscheint mit dem Doppelten durchaus so schlecht nicht.

          In der Finanzkrise am Abgrund

          Das war nicht immer so. Während der Finanzkrise stand die SAG Motion offenbar am Abgrund. 2008 und 2009 war der Muttergesellschaft das Stammgeschäft weggebrochen. Von 60 Prozent Umsatzrückgang im Nutzfahrzeuggeschäft schrieb das österreichische „Wirtschaftsblatt“, im April bzw. Mai 2009 soll ein Umsatzeinbruch von bis zu 70 Prozent verbucht worden sein. „Wir glauben, dass das Unternehmen eine Zukunft hat, aber es wird kein Stein auf dem anderen bleiben“, zitierte das „Wirtschaftsblatt“ seinerzeit Karin Exner-Wöhrer von der Eigentümerfamilie Wöhrer, die auch heute noch als Finanzvorstand der Salzburger Aluminium amtiert. Durch die Umwandlung von Verbindlichkeiten, Verzichte von Gläubigern und einen Einschuss sowie Darlehensverzicht der Eigentümerfamilie im Volumen von 21 Millionen Euro konnte die Gesellschaft gerettet werden.

          Insofern hat sich die Situation verbessert, auch wenn in den beiden Vorjahren per saldo knapp 4 Millionen Euro aus dem Unternehmen abflossen. Zudem wird es 2014 wohl nicht aufwärts gehen. Für das laufende Jahr erwartet das Unternehmen aufgrund von konjunkturellen Trends, Serienausläufen und Umsatzverschiebungen sowie diverser Vorzieheffekte bei Kundenaufträgen einen Umsatzrückgang im einstelligen Prozentbereich sowie ein nur leicht positives operatives Betriebsergebnis (Ebit).

          Schwierigkeiten in der Heimat

          Vor allem bei der Kerngesellschaft Alutech GmbH im Heimatland Österreich lief es nicht allzu rund. Diese stellt in Lend Kraftstofftanks und Druckbehälter her und baute bis vor kurzem in Ranshofen auch Leichtbaulösungen. Doch kam man zu dem Schluss, dass dieses Geschäft dort so nicht wettbewerbsfähig sei. Der mittlerweile erfolgte Verkauf führte zu einem Mittelabfluss von rund einer Million Euro. Sollten die Planungen für die Alutech nicht erfüllt werden, muss die SAG Motion laut Prospekt weiteres Kapital zuschießen. Denn Anfang 2013 hat sie sich unbefristet und unlimitiert verpflichtet, die zum 30. Juni buchmäßig überschuldete Alutech finanziell stets so auszustatten, dass sie ihre finanziellen Verbindlichkeiten Dritten gegenüber ordnungs- und fristgemäß erfüllen kann.

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