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Aktienmarkt : Skandinaviens Börsen haben die Nase vorn

Skandinaviens Aktienmärkte haben sich im Laufe der letzten Jahre positiv entwickelt. Bild: AP

Norwegen nimmt ohnehin eine Sonderrolle ein. Doch dänische Aktien haben in diesem Jahr besonders gut abgeschnitten und nicht nur den Dax weit hinter sich gelassen. Das hat gute Gründe.

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          Ein Rekordniveau kann der dänische Aktienmarkt noch nicht vermelden, auch wenn er kurz davor steht. Doch der OMX Kopenhagen 20 Index hat in diesem Jahr rund 17 Prozent zugelegt und ist damit – von vielen unbemerkt – einer der besten Aktienindizes in Europa. Der Dax hingegen hat seit Jahresbeginn nur 4 Prozent an Wert gewonnen. Gleichwohl verzeichnete der deutsche Auswahlindex am Dienstag einen Höchststand von 9952 Punkten. Dabei war der dänische Index in den vergangenen Jahren kaum schlechter als der Dax: Für das Jahr 2013 zum Beispiel vergleichen sich ein Indexplus von 24 Prozent in Dänemark mit einem Dax-Gewinn von 25,5 Prozent.

          Kerstin Papon

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Dänemark ragt mit seiner Kursentwicklung allerdings auch unter den anderen nordischen Börsen heraus. Am zweitbesten ist bislang das Ölland Norwegen. Der OBX Benchmark hat seit Jahresanfang 10 Prozent zugelegt. Für einen Anleger aus dem Euroraum ergibt sich durch die Stärke der norwegischen Krone sogar ein Aufschlag von 13 Prozent. Vor allem in der europäischen Finanz- und Wirtschaftskrise war sie als Hort der Sicherheit gefragt. Die dänische Krone hingegen bewegt sich in einem engen Band zum Euro. Deswegen spielt hier der Währungseinfluss für Anleger kaum eine Rolle. Die großen Indizes in Schweden und Finnland liegen in diesem Jahr mit dem deutschen Markt in etwa gleichauf.

          Profitable Situation für die dänische Börse

          Warum läuft die dänische Börse so gut? „Nach der eher zyklisch geprägten Kursrally der vergangenen anderthalb Jahre stellen sich die Investoren nun eher defensiv auf“, sagt Peter Kraus, Fondsmanager von Allianz GI. Davon profitiere gerade die dänische Börse, an der es viele defensive Aktien gebe, die für konjunkturunabhängiges Wachstum gut seien. In seiner Kursentwicklung tue sich der skandinavische Aktienmarkt insgesamt seit Jahren positiv hervor, sagt Betrand Puiffe, Fondsmanager von Fidelity. Er ist sich sicher, dass die Aussichten auch weiterhin vielversprechend seien, und verweist unter anderem auf die günstigen Unternehmensteuern. Ein nicht zu vernachlässigender Standortvorteil sei auch das stabile Bankensystem, wobei der Fokus hier auf dem Privatkundengeschäft liege.

          Dänemark profitiere in diesem Jahr von der erhöhten Konjunkturdynamik in der Europäischen Union, die für das kleine Land der wichtigste Absatzmarkt sei, sagt Marion Dezenter, Länderanalystin der Helaba: „Rund 15 Prozent aller Exporte gehen nach Deutschland, damit sind wir das wichtigste Exportland für Dänemark.“ Allerdings habe die Wettbewerbsfähigkeit in den vergangenen Jahren nachgelassen. Die stufenweise Senkung der Unternehmensteuern bis zum Jahr 2016 werde hier eine gewisse Erleichterung schaffen. Auf dem privaten Verbrauch wiederum lastete unter anderem die nachhaltige Korrektur der Hauspreise, sagt Dezenter. Das Wachstum in Dänemark sollte in diesem Jahr moderat ausfallen.

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