https://www.faz.net/-gv6-ads1h

Aktienmarkt : C&A-Familie rettet Börsengang von Autozulieferer Novem

  • Aktualisiert am

C&A-Filiale in Düsseldorf: Die Bekleidungskette gehört der Familie Brenninkmeijer, die sich nun beim Börsengang des Autozulieferers Novem engagiert hat. Bild: Edgar Schoepal

Nur eine große Kauforder der Unternehmerfamilie Brenninkmeijer brachte die Emission über die Ziellinie. Fast ein Drittel geht an die Eigentümer der Bekleidungskette.

          2 Min.

          Der bisher letzte Börsengang des Jahres in Frankfurt war auch der mühsamste. Nur eine große Kauforder der Unternehmerfamilie Brenninkmeijer für die Aktien des bayerischen Autozulieferers Novem brachte die Emission über die Ziellinie. Fast ein Drittel der verkauften 15 Millionen Papiere geht an die Eigentümer der Bekleidungskette C&A, wie Novem in der Nacht zum Donnerstag mitteilte. Kurios: Der deutsch-niederländischen Familie gehört der Hersteller von Zierteilen schon seit zehn Jahren, nur liegt nach dem Börsengang ein Teil des Aktienpakets in der Holding Cofra statt in der Beteiligungsgesellschaft Bregal. Dabei sind Neuemissionen für die Anleger bisher ein gutes Geschäft.

          Die Aktien von zehn der 16 Börsenneulinge liegen im Plus, nur fünf verzeichnen Verluste. Am erfolgreichsten schlug sich in diesem Jahr bislang die Vodafone-Funkturmtochter Vantage Towers, die seit der Erstnotiz ein Plus von 24 Prozent erreichte, vor dem Fahrradhändler Bike24 mit 22 Prozent. Die Aktien des Getriebeherstellers hGears lagen am Donnerstag dagegen 14 Prozent unter dem Ausgabepreise. Die Neuemissionen 2021 brachten bisher 9,8 Milliarden Euro ein. Angesichts zahlreicher weiterer Kandidaten zeichnet sich das beste Jahr für Börsengänge seit dem Boom am Neuen Markt vor 20 Jahren ab. Zu schlagen gilt es das Jahr 2018, in dem insgesamt 18 Unternehmen mit einem Emissionsvolumen von 11,3 Milliarden Euro an die Frankfurter Börse gingen.

          Einen Rückzieher machten nur der Online-Autohänder MeinAuto sowie der Solar- und Windparkbetreiber Blue Elephant Energy, der sich stattdessen bei neuen Investoren frisches Geld für seine Expansion besorgte.

          EINSTIEG IN DEN AUSSTIEG

          Novem teilte die Aktien zu 16,50 Euro zu, am unteren Ende der Preisspanne, die bis 19,50 Euro reichte. Das Unternehmen musste bis zum letzten Tag um den Erfolg der Emission zittern. Bis dahin lagen gerade einmal so viele Orders vor wie Aktien verkauft werden sollten. Doch nach einer Faustregel sollten die Kaufaufträge das Zweifache des Emissionsvolumens ausmachen, um eine gute Mischung kurz- und langfristig orientierter Aktionäre zu erreichen. Dann meldeten die begleitenden Banken große Orders der Brenninkmeijers und eines weiteren ungenannten Investors, an die zusammen 7,42 Millionen der 14,95 Millionen ausgegebenen Aktien gehen.

          Nur 17 Prozent der Novem-Aktien werden zum Börsenstart am Montag (19. Juli) im Streubesitz sein. Doch mit der Börsennotiz kann die Familie weitere Aktien verkaufen; sie unterliegt aber einer Haltefrist von einem halben Jahr. Bregal war bei dem Unternehmen aus Vorbach bei Bayreuth vor zehn Jahren eingestiegen, als Novem in finanziellen Schwierigkeiten war, weil ein Finanzinvestor der Firma zu viele Schulden aufgeladen hatte. Inzwischen ist Novem weitgehend entschuldet. Das Unternehmen nimmt 50 Millionen Euro mit der Ausgabe neuer Aktien ein, insgesamt liegt das Volumen der Emission bei 247 Millionen Euro. (Reporter: Alexander Hübner, redigiert von Ralf Banser Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Redaktionsleitung unter den Telefonnummern 030 2201-33702 (für Unternehmen und Märkte) oder 030 2201-33711 (für Politik und Konjunktur)

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Markus Söder beim Parteitag der CSU in Nürnberg

          CSU-Chef im Wahlkampf : Markus Söder, der Antibayer

          Ganz Deutschland, so sagen es die Umfragen, hätte lieber Markus Söder als Armin Laschet zum Kanzler. Ganz Deutschland? Nein, die Bayern mögen ihn nicht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.