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Bundesbank über Brexit : „London wird für uns zum Risiko“

Joachim Wuermeling Bild: Deutsche Bundesbank

Nach dem Austritt aus der EU werden die Briten laschere Regeln für ihre Banken einführen, befürchtet Bundesbank-Vorstand Joachim Wuermeling. Das kann böse Folgen für den deutschen Finanzsektor haben.

          6 Min.

          Herr Wuermeling, der Brexit kommt. Was bedeutet das für das Finanzsystem?

          Marcus Theurer
          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Die Europäische Union verliert mit dem Austritt der Briten am 31. Januar einen Teil ihrer finanziellen Souveränität, London unterliegt mittelfristig nicht mehr den EU-Regeln und könnte zu einer Art Offshore-Finanzplatz werden.

          Ist das schlimm?

          Potentiell ergeben sich hier natürlich Risiken. Dann sind wir Bankenaufseher gefordert, Alarm zu schlagen.

          Was konkret fürchten Sie?

          London wird durch den Brexit nicht gleich zum „grauen Kapitalmarkt“, aber die Akteure dort scheiden aus unserer Jurisdiktion, also unserem Rechtsraum, aus. Ob europäische Eigenkapitalregeln, Vorschriften zur Geldwäsche, Verbraucherschutz – all das steht prinzipiell zur Disposition, so dass wir uns fragen müssen: Wie verlässlich sind solche Finanzplätze? Können wir es auf Dauer hinnehmen, davon abhängig zu sein?

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