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Bundesbank-Vorstand : „Für die Banken nehmen die Risiken zu“

Bankentürme in Frankfurt: Inflation, Zinswende und Rezessionssorgen trüben die Aussichten ein. Bild: Lucas Bäuml

Die Institute müssen sich wappnen und auf ihr Eigenkapital achten, mahnt Bundesbank-Bankenaufseher Joachim Wuermeling im F.A.Z.-Interview. Und sagt, was die größten Schwächen sind gerade hierzulande.

          5 Min.

          Herr Wuermeling, sind die deutschen Banken für eine Rezession gewappnet?

          Markus Frühauf
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Stand heute sind die deutschen Banken für eine Rezession gewappnet. Doch aus der gestiegenen Inflation und der Zinswende entstehen zusätzliche Risiken. Zu­dem hat sich das konjunkturelle Umfeld deutlich eingetrübt. Auch hier haben die Risiken zugenommen. Wir beobachten die Entwicklungen deshalb sehr aufmerksam.

          Wo sind die größten Schwachstellen?

          Eine Schwachstelle der deutschen Banken ist ihre geringe Rentabilität. Interessanterweise sind davon große Banken eher betroffen als die kleinen. Rentabi­lität ist wichtig für Stabilität: Je höher die Gewinne sind, desto mehr Verluste können abgedeckt oder Puffer aufgebaut werden. Mit ihren seit der Finanzkrise verdoppelten Eigenkapitalquoten sind die deutschen Institute dennoch sehr gut aufgestellt. Das Überschusskapital be­läuft sich auf insgesamt 150 Milliarden Euro, mit denen die Banken einiges verkraften können. Derzeit sehen wir keine erhöhten Zahlen zu notleidenden Krediten oder zu Ausfällen. Jedoch gibt es ne­gative Indikatoren wie zum Beispiel die Ratingherabstufungen oder die höheren Risikoaufschläge von Unternehmensanleihen. Deshalb bereiten sich die Banken auf eine höhere Risikovorsorge vor.

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