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Bundesbank-Umfragen : Die Angst vor Inflation nimmt offenbar wieder ab

Die Geldmenge steigt, die Inflation bleibt sehr niedrig. Bild: dpa

Die Bundesbank erfragt jetzt monatlich die Erwartungen der Haushalte über Einkommen, Häuserpreise und Inflation. Heraus kommen bemerkenswerte Beobachtungen.

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          Im Corona-Lockdown im Frühjahr hatte offenbar die Zahl der Menschen, die einen deutlichen Anstieg der Inflation befürchtet hatten, spürbar zugenommen. Mittlerweile scheint sich das aber etwas zu normalisieren. Das geht aus monatlichen Umfragen hervor, mit denen die Deutsche Bundesbank seit einiger Zeit die Erwartungen der Haushalte in Deutschland zu diversen Wirtschaftsdaten untersucht. Auch einen möglichen Preisverfall bei Immobilien durch die Coronakrise hatten demnach in Deutschland noch im April viele Menschen erwartet. Mittlerweile aber rechneten rund zwei Drittel der befragten Haushalte wieder mit weiter steigenden Immobilienpreisen in Deutschland. Auch die Befürchtungen über mögliche Einkommensverluste sind demnach tendenziell eher wieder etwas zurückgegangen. Im Mai hatten die Befragten im Schnitt damit gerechnet, dass ihr Monatseinkommen in den nächsten zwölf Monaten um 115 Euro sinkt.

          Für das neue „Bundesbank Online-Panel Haushalte“ befragt das Forschungszentrum der Bundesbank monatlich 2000 Haushalte. Angefangen hatte man bereits im vergangenen Jahr, seit April aber läuft das Programm offiziell. Am Mittwoch berichtete die Bundesbank zum ersten Mal über die Ergebnisse.

          Sorgen steigen nach Hilfsmaßnahmen

          Die Konsumneigung der Deutschen, also die Bereitschaft, zusätzliches Geld auch auszugeben, hielt sich der Bundesbank zufolge eher ungewöhnlich stabil, allerdings verschoben sich die Ausgabenfelder in der Krise verständlicherweise weg von Reisen und Freizeitaktivitäten hin etwa zu Gütern des täglichen Bedarfs.

          Auch in Bezug auf die Krisen-Maßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Staaten Europas brachten die Umfragen ein zunächst ungewöhnliches Ergebnis zutage. Jeweils nach einem der spektakulären Schritte der Corona-Hilfsmaßnahmen wurde gefragt, ob die Bürger für sich selbst jetzt eher mit steigenden oder sinkenden Einkünften rechneten und wie sie die weitere Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes einschätzten. Dabei kam heraus, dass die Befragten nach jeder Krisenmaßnahme und geldpolitischen Lockerung sowohl die Aussichten für die eigene Wirtschaftslage als auch die für die Wirtschaft insgesamt schlechter beurteilten als zuvor.

          „Signalwirkung“ von EZB-Politik 

          Die Wissenschaftler wunderten sich offenbar, warum das wohl so war. Schließlich sollten die Krisenmaßnahmen ja eigentlich zu einer Verbesserung der Lage beitragen. Die Möglichkeit, dass die Leute die Maßnahmen nicht richtig verstanden hatten und es an mangelnder Information lag, schlossen die Wissenschaftler aus, weil das Phänomen auch bei relativ einfachen und transparenten Krisenmaßnahmen auftrat. Die Deutung, die ihnen am meisten einleuchtete und die auch in der Literatur schon auftauchte: Die Krisenmaßnahmen und die geldpolitische Lockerung der EZB hätten in erster Linie eine „Signalwirkung“ gehabt: Die Leute dachten sich sozusagen, wenn so etwas nötig ist, muss die Lage wirklich sehr ernst sein. Dabei zeigte sich, dass Haushalte mit einfachem Zugang zu Krediten pessimistischer auf die Hilfsmaßnahmen reagierte als ärmere Haushalte, denen ein solcher Zugang verwehrt war.

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