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Digitales Geld : Bundesbank zieht rote Linien für Libra & Co.

Facebook will eine eigene Digitalwährung namens Libra auf den Markt bringen Bild: dpa

Die Bundesbank sieht großes Potential für Facebooks Libra und andere Digitalwährungen. Diese müssten jedoch den Zielen der Geldwertstabilität folgen und die Regeln für einen fairen Wettbewerb einhalten.

          Die Bundesbank lehnt Kryptowerte wie die von Facebook geplante Digitalwährung Libra nicht grundsätzlich ab. Vielmehr verweist sie in ihrem am Montag veröffentlichten Monatsbericht für Juli auf die Impulse für Innovation und Effizienz, die verbunden sind mit digitalisierten Vermögenswerten, sogenannten Token, und der dafür eingesetzten Blockchain-Technologie. In einem Sonderbeitrag betont die Bundesbank die Vorteile digitalisierte Werte für Zahlungsverkehr und Wertpapierabwicklung. Voraussetzung sei die Schaffung technisch und rechtlich sicherer Token durch die Finanzindustrie.

          Markus Frühauf

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Großes Potential sieht die Bundesbank für die von Facebook und dem Libra-Konsortium geplante Digitalwährung. Hier handelt es sich im Gegensatz zu Bitcoin um einen sogenannten Stable Coin, der mit einem Währungskorb und Staatsanleihen unterlegt ist. Dadurch entstünde zwar kein digitales Zentralbankgeld, das die Bundesbank weiter nicht für erforderlich hält.

          Doch könnten Marktteilnehmer einen durch Zentralbankgeld gedeckten Stable Coin als sehr sicher einschätzen und ihm zu einer hohen Marktdurchdringung verhelfen. Dann, so fürchtet die Bundesbank, könnte der Zahlungsverkehr außerhalb der von Zentralbanken betriebenen und beaufsichtigten Zahlungssystemen stattfinden. Hier befürchtet die Bundesbank Implikationen für die Rolle der Zentralbanken und das Liquiditätsmanagement der Marktteilnehmer.

          Noch weiter reichten die Auswirkungen, wenn Stable Coins durch internationale Konsortien wie zum Beispiel das Libra-Konsortium ausgegeben würden, und diese Digitalwährungen in der ganzen Welt eingesetzt werden könnten.

          Die Bundesbank hält bei Libra noch wichtige technische, organisatorische und regulatorische Fragen für offen. Daher seien die Überlegungen zu den möglichen Auswirkungen noch spekulativ. Das Libra-Projekt müsse von Aufsichtsbehörden und Notenbanken sorgfältig beobachtet und bewertet werden. Innovationen, die den Wohlstand mehren und die Transaktionskosten senken, will die Bundesbank ermöglichen.

          Trotzdem setzt sie Kryptowerten rote Linien: Wichtige Ziele wie die Geldwertstabilität, die Finanzstabilität und die Sicherheit des Zahlungsverkehrs dürften nicht kompromittiert werden. Auch sollte der Wettbewerb im europäischen Zahlungsverkehr gewährleistet bleiben. Hier ruft die Bundesbank die deutsche Kreditwirtschaft abermals dazu auf, sich noch konsequenter als in der Vergangenheit darum zu bemühen, den Zahlungsverkehr zu modernisieren und europäische Lösungen anzubieten.

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