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Nächster EZB-Präsident : Es ist Zeit für Jens Weidmann

Der Bundesbank-Chef Jens Weidmann im April 2019 in Washington Bild: EPA

Jede Notenbank muss regelmäßig ihre Arbeit überprüfen. Wegen der in der Eurokrise gemachten Erfahrungen wäre gerade der Bundesbank-Chef ein guter Nachfolger für Mario Draghi.

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          Es ist eine gute Praxis von Zentralbanken, von Zeit zu Zeit ihre Arbeit einer Prüfung zu unterziehen. Die Federal Reserve und die Bank von England haben solche Prozeduren angekündigt. Die Personalwechsel in der Europäischen Zentralbank sollten Anlass bieten, sich dem anzuschließen. Nicht nur braucht die EZB für den Herbst einen Nachfolger für ihren Präsidenten Mario Draghi. Schon mit Wirkung vom 1. Juni erhält sie mit Philip Lane anstelle von Peter Praet einen neuen Chefvolkswirt. Gegen Jahresende endet mit Benoît Coeuré die Amtszeit des für Kapitalmärkte zuständigen Direktoriumsmitglieds.

          Sehr wahrscheinlich wird sich in den kommenden Jahren das gesamtwirtschaftliche Umfeld nicht wesentlich verändern. Der demographische Wandel, die durch hohe private wie öffentliche Verschuldung begleitete Transformation traditioneller Industriegesellschaften in moderne Wissensökonomien sowie die trotz Handelskonflikten starke internationale Konkurrenz dürften weiterhin Druck auf das Zinsniveau, die Inflationsrate und das Wirtschaftswachstum ausüben. Nicht ausgeschlossen werden kann daneben ein Wiederaufflammen von Konflikten in der Eurozone, die im Extremfall eine neue Krise gebären, in der die Lebensfähigkeit der Gemeinschaftswährung wieder thematisiert und die EZB von überforderten Regierungen gedrängt, wird, den Garanten für die Existenzsicherung des Euros zu übernehmen.

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