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Neue Anleihen : Zinswende 2.0

Es gibt wieder mehr Euros auf Anleihen - aber in den Himmel stiegen die Renditen aktuell nicht. Bild: Coloures-Pic - stock.adobe.com

Die Renditen fallen wieder. Aufgrund der Rezessionssorgen schätzen die Anleger wieder die Bundesanleihen als sicheren Hafen.

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          In der Öffentlichkeit drehen sich die Gespräche um ausufernde Inflation und höhere Kreditzinsen. Ja, es ist richtig: Seit Jahresanfang hat es eine Zinswende gegeben, die aus dem Tal der negativen Zinsen geführt hat. Doch in den vergangenen Wochen, als Konjunktursorgen eine Verkaufswelle am Aktienmarkt ausgelöst haben, ist wieder eine Flucht in die Bundesanleihen zu beobachten. Die Kursgewinne drückten die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe, die Mitte Juni schon nahe 2 Prozent gelegen hat, zeitweilig bis auf 1,203 Prozent.

          Markus Frühauf
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Am Mittwoch gab es die Auktion der neuen zehnjährigen Bundesanleihe. Die trägt noch einen Zinskupon von 1,7 Prozent und liegt deutlich über dem aktuellen Marktzins. Bei einem Emissionskurs von 104,5 Prozent ergab sich eine Durchschnittsrendite von 1,22 Prozent. Das Angebot von fünf Milliarden Euro stieß auf eine Nachfrage von 4,358 Milliarden Euro. Eine Auktion wird als unterdeckt bezeichnet, wenn die Nachfrage unter dem Angebot liegt.

          Zwar hat sich in den vergangenen Wochen der Renditevorteil amerikanischer Staatsanleihen wieder auf 1,7 Prozentpunkte vergrößert. Doch war dieser Ende April mit gut zwei Prozentpunkten deutlich höher. Am Devisenmarkt wurde der Zinsvorteil der amerikanischen Staatsanleihen als eine Ursache für den fallenden Eurokurs genannt. Mag sein, dass er den letzten Anstoß gegeben hat für das 20-Jahres-Tief der Gemeinschaftswährung.

          Aber die Zinsdifferenz ist nicht der entscheidende Grund für den niedrigen Eurokurs von 1,0213 Dollar. Das sind die Rezessionssorgen in Europa, welche durch die befürchteten Engpässe in der Gasversorgung verstärkt worden sind. Die zunehmende Angst vor einem Konjunkturabschwung dämpft gleichzeitig die Markterwartungen für die Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank (EZB) in diesem Jahr. Nun rechnen die Anleger bis Jahresende nur noch mit 1,4 nach zuvor 1,9 Prozentpunkten.

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