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Büchertipps : Das lesen Investmentbanker

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Die Bankmitarbeiter empfehlen Bücher für jede Karriereetappe. Bild: Reuters

Urlaub vorbei und alle Bücher gelesen? Führungskräfte der Investmentbank Goldman Sachs haben eine Liste erstellt, die Inspiration für weiteren Lesestoff liefert. Und fast immer versteckte Karrieretipps enthält.

          Die Investmentbank Goldman Sachs hat eine Liste veröffentlicht, auf der Führungskräfte Büchertipps geben. In der so genannten „Back to School Reading List“ empfehlen Goldman-Bankmanager aus der ganzen Welt „Lesestoff für jedes Alter und jede Karrierestufe“. Die Liste zeigt ein erstaunliches Potpourri an Büchern, aus denen sich - fast - immer eine Lehre für den eigenen beruflichen Erfolg ableiten lässt.

          Nadine Bös

          Redakteurin in der Wirtschaft, zuständig für „Beruf und Chance“.

          Katie Koch aus der Investment-Management Abteilung in New York zum Beispiel empfiehlt „GRIT: The Power of Passion and Perseverance“, von Angela Duckworth. Das Buch scheint eine echte Inspiration für ehrgeizige Arbeitnehmer zu sein. „Sie werden danach nie wieder denken, es sei ein Kompliment, als Naturtalent für irgendetwas bezeichnet zu werden“, schreibt die Investmentbankerin. Kurz: Intelligenztests versagten kläglich bei der Vorhersage von Langzeiterfolg.

          Edina Jung, Personalchefin in Jersey City, empfiehlt dagegen das Buch „Boys in the Boat“. Es sei eine gute Geschichte über den Aufstieg Benachteiligter, schreibt sie. Das Buch handelt von Ausdauer und Teamwork bei den Olympischen Spielen 1936.

          Natürlich aus dem indischen Mumbai kommt die Empfehlung „The argumentative Indian“ von Amartya Sen zu lesen. Es zeige vorbildlich wie die lange Tradition des sachlichen Diskutierens die Unterschiede in einer heterogenen Gesellschaft überbrücken könne, schreibt Sonjoy Chatterjee aus der dortigen Investmentbanking-Abteilung. Vom buddhistischen Kaiser, über den Mughal-König bis hin zu Gandhi und Tagore liefere das Buch Belege für die Kraft der Argumente.

          Es gibt aber auch kuriose Empfehlungen. Michele Della Vigna aus der Abteilung „Global Investment Research“ in London etwa setzt auf „The Land where Lemons Grow“ von Helena Attlee. Tatsächlich geht es darin um Zitronenbäume. Karriereimplikationen leitet der Banker offenbar nicht aus dem Buch ab, wohl aber zeige das Buch den „unglaublichen menschlichen Ressourcenreichtum und die Fähigkeit der Natur, sich zu entwickeln und Überraschungen hervorzubringen.“

          Es ist grundsätzlich recht verbreitet, dass erfolgreiche Persönlichkeiten Bücherempfehlungen aussprechen. Facebookgründer Marc Zuckerberg hat zum Beispiel eine Liste mit „23 Büchern, die jeder gelesen haben sollte“, erstellt. Bill Gates gibt jeweils zum Jahresende seine Buch-Favoriten bekannt.

          Die Liste der Goldman-Sachs-Banker erscheint auch schon in zweiter Auflage. Schon 2015 hatte die Führungsriege ihre Lieblingsbücher im Internet vorgestellt. Bislang umfasst die diesjährige Liste 26 Empfehlungen. Die Bank plant, sie in den kommenden Wochen um weitere Titel zu erweitern.

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