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Nachfolger von Lagarde : Werden die Briten den nächsten IWF-Chef stellen?

Der frühere britische Schatzkanzler George Osborne Bild: EPA

Auf der Insel werden der frühere Schatzkanzler George Osborne und Notenbankchef Mark Carney als Kandidaten gehandelt. Einer der beiden unterstützt neuerdings Boris Johnson.

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          In Großbritannien gibt es Spekulationen, dass der nächste Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) einen britischen Pass haben könnte. Der frühere britische Schatzkanzler George Osborne habe Vertrauten gegenüber Interesse an dem Posten gezeigt, berichtet die Zeitung „Financial Times“. In den britischen Medien wird aber noch ein zweiter Name gehandelt – der von Mark Carney, dem scheidenden Gouverneur der britischen Notenbank.

          Marcus Theurer

          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Unklar ist freilich, ob die anderen europäischen Staaten eine Kandidatur Osbornes oder Carneys unterstützen würden. Traditionell wird der Posten des IWF-Chefs mit einem Europäer besetzt. Der unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg gegründete Währungsfonds ist bis heute eine der wichtigsten Institutionen des Weltfinanzsystems. Eine seiner zentralen Aufgaben ist die Bekämpfung von Finanzkrisen. So gewährte der IWF auch während der Krise des Europäischen Währungssystems umfangreiche Hilfskredite.

          Sowohl Osborne als auch Carney sind international anerkannte Finanzfachleute. Der 48 Jahre alte Osborne war von 2010 bis 2016 britischer Schatzkanzler. Er war nach dem Brexit-Referendum vor drei Jahren von der damals neuen Premierministerin Theresa May entlassen worden. Seither ist er Chefredakteur der Londoner Zeitung „Evening Standard“. Osborne unterstützt neuerdings Boris Johnson als Nachfolger Mays als Regierungschef.

          Mark Carney, der scheidende Gouverneur der britischen Notenbank
          Mark Carney, der scheidende Gouverneur der britischen Notenbank : Bild: AP

          Der 54 Jahre alte Carney ist seit 2013 Chef der Bank von England und wird diesen Posten im Januar räumen. Zugleich ist der Geldhüter Vorsitzender des internationalen Finanzstabilitätsrates mit Sitz in Basel. Carney ist zwar Kanadier, verfügt aber auch über einen britischen und einen irischen Pass.

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