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Geldpolitik : Britische Notenbank verlangsamt Anleihekäufe

  • Aktualisiert am

London kauft langsamer Anleihen. Bild: Reuters

Während die Europäische Zentralbank mit besonders hohem Tempo Anleihen kauft, nimmt die Bank of England ihr Tempo etwas zurück. Was heißt das für die Finanzmärkte?

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          Die britische Notenbank hält an ihrer extrem lockeren Geldpolitik grundsätzlich fest, nimmt jedoch erste Änderungen daran vor. Die Leitzinsen werden nicht verändert, wie die Bank of England am Donnerstag in London nach ihrer Zinssitzung mitteilte. Der Leitzins liegt weiterhin knapp über der Nulllinie und beträgt 0,1 Prozent.

          Die Anleihekäufe zur Eindämmung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie wurden jedoch angepasst. Zwar blieb das Gesamtvolumen des Kaufprogramms unverändert bei 895 Milliarden Pfund. Das wöchentliche Kauftempo soll jedoch um eine Milliarde auf 3,4 Milliarden Pfund reduziert werden. Die Notenbank will darunter jedoch keine geldpolitische Änderung verstanden wissen.

          Britische Staatsanleihen gerieten unmittelbar nach der Entscheidung unter Druck, konnten sich jedoch bald wieder fangen. Die Landeswährung Pfund legte etwas zu. Offenbar wurde das geringere Kauftempo an den Märkten zunächst als geldpolitischer Richtungsschwenk interpretiert, diese Sichtweise aber später aufgegeben. Dennoch erklärte die Zentralbank, die zuletzt beschlossenen Wertpapierkäufe über 150 Milliarden Pfund könnten voraussichtlich gegen Ende des Jahres eingestellt werden.

          Zuversicht für die britische Wirtschaft

          Die Entscheidungen wurden im geldpolitischen Ausschuss MPC nicht einhellig getroffen. Der bald ausscheidende langjährige Chefökonom Andrew Haldane sprach sich für eine Verringerung des Kaufprogramms um 50 Milliarden Pfund aus. Er begründete sein Votum mit Anzeichen einer stark wachsenden Wirtschaft. Es ist nicht das erste Mal, dass Haldane mit seinen Vorstellungen alleine im MPC dasteht.

          Die Bank of England gibt sich zuversichtlich für die britische Wirtschaft. Ab dem zweiten Quartal dürfte die Wirtschaft stark wachsen und ihr Vorkrisenniveau im späteren Jahresverlauf erreichen. Der wirtschaftliche Ausblick sei jedoch immer noch ungewiss und hänge vom Verlauf der Pandemie ab. Die Inflation dürfte gegen Jahresende über das Notenbankziel von zwei Prozent steigen, mittelfristig den Zielwert jedoch nicht überschreiten.

          Die Zentralbank bekräftigte früherer Aussagen, die Geldpolitik so lange nicht zu straffen, bis signifikante wirtschaftliche Fortschritte erzielt seien. Die britische Wirtschaft profitiert schon jetzt von der zügigen Impfkampagne der Regierung. Einzelne Corona-Beschränkungen wurden bereits gelockert. Bis Juni sollen dem Regierungsplan zufolge alle wesentlichen Beschränkungen fallen.

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