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Brexit : Britische Banken haben schon mehr als 7500 Stellen in die EU verlagert

  • Aktualisiert am

Es dämmert an der London Bridge. Bild: Reuters

Auch wenn die genauen Konditionen noch nicht feststehen - die britischen Banken müssen sich längst auf den Brexit vorbereiten. Tausende Stellen und hohe Vermögenswerte haben sie laut einer Studie schon verlagert.

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          Britische Finanzunternehmen haben wegen des Brexit einer Studie zufolge schon mehr als 7500 Stellen in die Europäische Union verlagert. Zahlreiche Unternehmen planten zudem die Verschiebung von Vermögenswerten, teilte die Wirtschaftsberatung EY am Donnerstag mit. Ihren Angaben zufolge sind es 24 Unternehmen. Diese hätten zwar keine genauen Angaben gemacht, EY schätzt den Wert aber auf mehr als 1,2 Billionen Pfund (1,3 Billionen Euro).

          Erst kürzlich war bekannt geworden, dass die größte amerikanische Bank JP Morgen Vermögenswerte von 200 Milliarden Euro nach Frankfurt verlagert. Auch die Deutsche Bank hat bereits eines ihrer wichtigsten Abwicklungszentren für internationale Wertpapiergeschäfte zusammen mit mehreren Milliarden Euro an Vermögenswerten von London an den Main verlagert. Die Vermögenswerte werden benötigt, um die Handelsgeschäfte regulatorisch abzusichern.  

          Viele Stellen werden auch neu geschaffen

          Die Brexit-Übergangszeit endet am 1. Januar 2021. Drei Monate vor dem Ende der Übergangszeit „vollenden die Unternehmen ihre Vorbereitungen und setzen die Verlagerung von Stellen und Geschäften in die EU fort“, heißt es bei EY. Seit der Abstimmung der Briten über den Austritt aus der Europäischen Union im Juni 2016 hätten zudem 44 in Großbritannien ansässige Unternehmen angekündigt, neues Personal in der EU einzustellen. Mehr als 2850 Jobs seien so etwa in Frankfurt, Paris, Luxemburg oder Dublin entstanden, allein in diesem Jahr rund 400.

          Die Londoner City ist für die EU bisher ein zentraler Finanzplatz. Die EU trifft deshalb bereits Vorbereitungen, um Marktturbulenzen zu Jahresbeginn zu verhindern. Vergangene Woche etwa kündigte die EU-Kommission an, dass sie bis Mitte 2022 britischen Abwicklungshäusern für Finanzprodukte wie Derivate weiter Geschäfte auf dem EU-Markt erlauben will. 

          Regelmäßige Überprüfungen

          In Zukunft hängt der Zugang der Finanzhäuser aus Großbritannien von sogenannten Äquivalenzentscheidungen ab. Mit ihnen würde die EU-Kommission von Jahr zu Jahr entscheiden, ob die britischen Regeln für die Finanzbranche noch den europäischen entsprechen. Nur dann könnten britische Banken und Finanzhäuser weiter auf dem Kontinent tätig sein.

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