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Regulierung : Britische Banken dürfen wieder Dividenden zahlen

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Entspannung im Londoner Finanzviertel Canary Wharf. Bild: Bloomberg

Die Bank von England lockert ihre Zügel. Dagegen ruft die spanische EZB-Aufseherin die Institute weiterhin zur Vorsicht bei Ausschüttungen auf.

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          Die größten britischen Banken dürfen für 2020 wieder unbeschränkt Dividenden an ihre Aktionäre ausschütten. Die Notenbank hob die wegen der Corona-Krise verhängten Beschränkungen für große Geldhäuser des Landes am Dienstag mit sofortiger Wirkung auf, wie sie am Morgen in London mitteilte. Die Zwischenergebnisse aus dem Banken-Stresstest hätten gezeigt, dass die Institute weiter gut kapitalisiert seien und schweren wirtschaftlichen Verwerfungen standhalten könnten.Die Bank of England als Aufsichtsbehörde hatte die Beschränkungen bereits im Dezember gelockert. Die jetzige Entscheidung betrifft Barclays, HSBC, Lloyds, NatWest und Standard Chartered sowie die britische Tochter der spanischen Banco Santander. Die Aktienkurse von Barclays, HSBC, und Lloyds legen an der Londoner Börse im frühen Geschäft am Dienstag um bis zu 1,5 Prozent zu.

          Die Europäische Zentralbank (EZB) pocht trotz des wohl bald auslaufenden Dividendenstopps auf maßvolle Ausschüttungen der Banken im Euroraum. Die EZB werde als Aufseherin die Institute aufrufen, weiter vorsichtig zu sein, sagte die spanische EZB-Aufseherin Margarita Delgado in einem am Montagabend veröffentlichten Interview der Nachrichtenagentur Bloomberg. Die Zentralbank könne auch die dazu nötigen Schritte ergreifen. Ausufernde Ausschüttungen könnten zunächst eine Empfehlung der EZB nach sich ziehen, zu einer eher durchschnittlichen Verteilungspolitik zurückzukehren, sagte Delgado. „Wir haben andere Werkzeuge, falls die Bank der Empfehlung der Aufsicht nicht nachkommt.“

          Stopp läuft im September aus

          In der Corona-Krise hatte die EZB den größten Banken im Euroraum einen Dividendenstopp auferlegt, um eine mögliche Schieflage der Bilanzen in der Konjunkturkrise nicht durch zu hohe Geldabflüsse zu verschärfen. Der Stopp könnte laut EZB-Chefin Christine Lagarde im September auslaufen. Die Warnung der spanischen Vertreterin im EZB-Aufsichtsgremium dürfte nun die Hoffnung der Anleger auf allzu stark sprudelnde Ausschüttungen dämpfen. In außergewöhnlichen Umständen und begleitet von „konstruktivem Dialog“ könnten die Aufseher von den Banken höhere Kapitalpuffer verlangen oder andere finanzielle Maßnahmen ergreifen, sagte Delgado. Zusätzlich zur finanziellen Stärke würden Ausschüttungspläne mit denen anderer Banken einer ähnlichen Größe oder einem ähnlichen Geschäftsmodell verglichen.

          Die US-Bankenaufseher der Notenbank Federal Reserve haben jüngst ihre ohnehin nicht so straff wie in Europa gezogenen Zügel gelockert, nachdem die großen Banken in Stresstests höhere Eigenkapitalreserven und damit eine größere Widerstandsfähigkeit unter Beweis gestellt haben. Die Wall-Street-Häuser Morgan Stanley, J.P. Morgan, Goldman Sachs und Bank of America kündigten zum Teil deutliche Dividendenerhöhungen an. An diesem Dienstag berichten J.P. Morfgan und Goldman Sachs über ihgre Ergebnisse im zweiten Quartal.

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