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PRA erlaubt Ausschüttungen : Britische Banken dürfen 2021 Dividenden zahlen

Blick auf die Skyline des Londoner Finanzdistrikts Bild: AFP

Die Finanzaufsicht genehmigt Großbanken wie HSBC oder Barclays, Gewinne an Aktionäre auszuschütten – aber nur in begrenztem Umfang. Boni bleiben angesichts der Krise weiter eingeschränkt.

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          Die britischen Banken haben von der Aufsichtsbehörde Prudential Regulatory Authority (PRA) in der Notenbank grünes Licht erhalten, im kommenden Jahr wieder Dividenden auszahlen zu dürfen. Nach einer Prüfung der Banken ist die PRA zum Schluss gekommen, dass ihre Kapitalpolster ausreichend groß und widerstandsfähig seien, um auch eine deutlich schlechtere als erwartete Wirtschaftsentwicklung zu verkraften.

          Philip Plickert
          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.
          Markus Frühauf
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Während der beginnenden Corona-Krise hatte die PRA unter ihrem Vorsitzenden Sam Woods im März starken Druck für einen Dividendenstopp ausgeübt. Die fünf Großbanken in Britannien – HSBC, Barclays, Natwest (früher RBS), Lloyds und Standard Chartered – hatten daraufhin etwa 7,5 Milliarden Pfund Dividendenauszahlungen für das Jahr 2019 zurückgehalten.

          Hoffnung auf den Impfstoff

          Nun dürfen sie wieder Gewinne an ihre Aktionäre ausschütten. Die PRA hält den Ausblick nun für besser als im März, auch weil ein Impfstoff gegen das Corona-Virus zugelassen wurde. Doch drängt die Aufsicht die Banken, weiterhin mit Bonus-Zahlungen zurückhaltend zu sein. Und sie hat eine Obergrenze für Dividenden von 25 Prozent der kumulierten Gewinne der vergangenen zwei Jahre oder maximal 0,2 Prozent der risikogewichteten Bilanzsumme gesetzt. Standard Chartered und andere Banken begrüßten die Entscheidung.

          Über Dividenden werde aber erst im Frühjahr entschieden. Die Aktienkurse der Banken haben in diesem Jahr heftig gelitten. In der EU wird eine Entscheidung der Bankenaufseher der Europäischen Zentralbank (EZB) über die Verlängerung der Dividendensperre über das Jahresende hinaus vor Weihnachten erwartet. Auch in der EZB gab es zuletzt Stimmen, die sich für ein Abrücken von der allgemeinen Empfehlung zum Dividendenverzicht zugunsten der Einzelfallbetrachtung aussprachen.

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