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Brexit-Folge : Finanzbranche sieht Frankfurt vorn

Blick auf Frankfurts Skyline vom Main aus. Bild: Hedwig, Victor

Wohin verlegen die Banken ihre Arbeitsplätze aus London, wenn die Briten die EU verlassen? Vieles spricht für die Mainmetropole.

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          Es zeichnet sich immer mehr ab, dass Frankfurt der große Gewinner des Brexit-Referendums sein könnte. Das geht aus einer Umfrage des Center for Financial Studies (CFS) hervor. So erwartet die Finanzindustrie, dass Frankfurt als Standort innerhalb der Europäischen Union am stärksten profitieren wird. Davon gehen zumindest 86 Prozent der befragten Schlüsselpersonen aus der Finanzwirtschaft aus.

          Franz Nestler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Schon zuvor hatte die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet, dass die Mainmetropole bei der Zahl der konkret zugesagten Stellen weit vor den größten Konkurrenten Paris und Dublin liegt. So könnten in den nächsten Jahren mehr als 6000 Stellen in der Finanzbranche in Frankfurt geschaffen werden.

          Die Finanzbranche rechnet auch mit einem signifikanten Zuwachs in der Mainmetropole. So gehen 21 Prozent davon aus, dass mehr als 10.000 Stellen geschaffen werden. Weitere 45 Prozent erwarten einen Zuwachs zwischen 5000 und 10.000 Stellen. Weitere 33 Prozent der Befragten gehen von 1000 bis 5000 Stellen aus, und lediglich 1 Prozent der Befragten geht von weniger als 1000 Stellen aus.

          Doch für Euphorie ist es noch zu früh. Allein in London gibt es 100 Banken, davon haben sich erst 20 konkret entschieden. Deswegen sagt auch Hubert Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance: „Es gibt noch viel zu tun.“ Ein positives Signal könnte sein, wenn die europäische Bankenaufsicht EBA nach Frankfurt ziehen würde. Die räumliche Nähe könnte für viele Institute ein wichtiges Standortkriterium werden.

          Dem widerspricht aber Volker Brühl, der Geschäftsführer des CFS. Er meint: „Die Bedeutung des künftigen Sitzes der EBA wird überschätzt.“ Viel wichtiger seien Fragen des Marktzugangs oder der Infrastruktur. Gleichzeitig warnt Brühl vor zu viel Euphorie. Der Wettbewerb mit Paris sei sehr intensiv, und es bedürfe noch weiterer Anstrengungen.

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