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Energie : Ölpreis mit Verschnaufpause nach Rally

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Erdölraffinerie bei Dhahran in Saudi-Arabien Bild: dpa

Der Ölpreis gibt am Dienstag zunächst wieder deutlich nach. In der verganegen Tagen ist er um mehr als ein Viertel gestiegen. Der Auftrieb könnte sich fortsetzen.

          Gewinnmitnahmen setzen dem Ölpreis am Dienstag zu.  Nordseeöl der Sorte Brent und amerikanisches WTI-Öl  verbilligen sich in der Spitze um rund vier Prozent auf 51,84 und 47,10 Dollar je Fass, nachdem die Preise zu Wochenbeginn in die Höhe geschossen waren. Ein unerwartet deutlicher Rückgang der Ölförderung in den Vereinigten Staaten im Mai und Juni sowie Aussagen des Ölkartells Opec hatten Brent und WTI am Montagabend um mehr als acht Prozent verteuert.

          Grund für die Entwicklung zu Wochenbeginn war eine Mitteilung der amerikanischen Energiebehörde EIA gewesen, wonach die Ölproduktion in den Vereinigten Staaten im Juni um 100.000 Fass pro Tag auf 9,3 Millionen Fass gesunken ist. Vor wenigen Wochen noch war die Behörde von einem Zuwachs um knapp 150.000 Fass ausgegangen. Auch die Mai-Zahlen und die Daten für die Monate davor wurden revidiert.

          Ursache dafür ist eine Umstellung der Datenerfassung, die nach Ansicht des JBC Energy Research Centre die Situation zutreffender widergeben, da sie stärker auf Umfragen unter Produzenten und weniger auf Modellen beruhten. Dennoch sei die Förderung gefallen und nach einem Gipfel im April nunmerh ein starker Rückgang erkennbar. JBC rechnet mit einem sich abschwächenden weiteren Angebotsrückgang bis zum Jahresende.

          Zudem hatte sich die Opec besorgt über die jüngste Preistalfahrt geäußert und angekündigt, mit anderen Produzenten das Gespräch zu suchen.

          Neben den Gewinnmitnahmen belasteten am Dienstag Händlern zufolge auch die enttäuschenden Konjunkturdaten aus China die Preise. Die Industrieproduktion im August ist in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt abermals zurückgegangen und hat damit die Furcht vor einer immer stärker abflauenden Konjunktur genährt. Auch der Dienstleistungssektor verlor an Schwung. China ist einer der größten Konsumenten von Industrierohstoffen wie Öl und Kupfer.

          Zwischen Donnerstag und Montag war der Ölpreis um mehr als 27 Prozent gestiegen. Einen solchen Preissprung in so kurzer Zeit gab es zuletzt vor einem Vierteljahrhundert.

          Während einige Analysten in den EIA-Zahlen ein klares Kaufsignal für Öl sahen, waren andere skeptischer. Die Revision sei bei einer globalen Förderung von 94 Millionen Fässern täglich allenfalls ein "Rundungsfehler", erklärte Bob McNally von der Rapidan Group.

          Verfolgt man indes das Muster der Preisentwicklung in den vergangenen Tagen könnte der aktuelle Preisrückgang am Nachmittag indes wieder ausgeglichen werden.

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