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Aktienmarkt : Brasilien verharrt im Börsentief

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Ungeachtet der Skepsis über Wachstum und Inflation in Lateinamerikas größter Volkswirtschaft habe die Anziehungskraft Brasiliens auf ausländische Anleger zuletzt zugenommen, beobachtet die Bank of America Merrill Lynch. Gut die Hälfte des Börsenumsatzes in São Paulo entfiel im Februar auf Ausländer, die ihr Engagement an der Bovespa netto leicht um 274 Millionen Real (84 Millionen Euro) ausbauten. Die Strategen von Merrill Lynch empfehlen in Brasilien vor allem Banken und andere Finanztitel zum Kauf. Von Stahlaktien sollten Anleger dagegen die Finger lassen. Auch bei den beiden Schwergewichten der Bovespa, dem Bergbaukonzern Vale und der Ölgesellschaft Petrobras, rät die Bank zum Verkauf. Der führende Eisenerzexporteur Vale würde unter verringertem Wachstum in China leiden, die staatlich kontrollierte Petrobras darf gestiegene Kosten für Benzinimporte bisher nur teilweise in den Preisen weitergeben.

Der Real ist überbewertet

Brasilianische Aktienexperten raten zum Kauf von soliden Unternehmen, die sich durch eine Führungsposition in ihrem jeweiligen Markt auszeichnen. Favorisiert werden derzeit die größte private Bank Itaú Unibanco, der Getränkekonzern Ambev, das Versicherungsunternehmen BB Seguridade sowie die Super- und Verbrauchermarktkette Pão de Açúcar, ergab eine Umfrage der Wirtschaftszeitung „Valor Econômico“.

Ausländische Anleger müssen berücksichtigen, dass der Real abermals unter Abwertungsdruck geraten könnte. In den ersten zwei Monaten des Jahres 2014 verzeichnete Brasiliens Außenhandel ein Rekorddefizit, der Fehlbetrag in der Leistungsbilanz liegt bei 3,7 Prozent des BIP. Bis zum Jahresende werde die brasilianische Währung gegenüber dem Dollar um mehr als 10 Prozent abwerten und einen Kurs von 2,60 Real je Dollar erreichen (zuletzt 2,35), prognostiziert die amerikanische Bank Morgan Stanley. Sie hält Brasiliens Währung weiterhin für „überbewertet“ und angesichts interner und externer Risiken für „verwundbar“. Die Konsensprognose brasilianischer Devisenmarktexperten liegt indes bei 2,43 Real je Dollar zum Jahresende 2014.

Weniger als ein Fünftel der hundert wichtigsten Aktien an der Bovespa konnte im Jahr 2014 bisher Kurszuwächse erzielen. In den meisten Fällen waren Sondereffekte für die Kursgewinne verantwortlich. So profitierte der Online-Händler B2W von einer im Januar erfolgten Zusage des Mutterkonzerns Lojas Americanas, zusammen mit dem amerikanischen Investmentfonds Tiger für 2,4 Milliarden Real neue Aktien des Unternehmens zu 60 Prozent über dem damaligen Marktwert zu erwerben. Der Kurs der Aktie stieg um 48 Prozent. Die Aktie des Immobilienentwicklers Brookfield stieg um 28 Prozent, nachdem das Unternehmen Mitte Februar anbot, seine Aktien zu einem Aufschlag von 30 Prozent zurückzukaufen und von der Börse zu nehmen.

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