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„Fast Fashion“ in der Kritik : Boohoo-Aktie im Sturzflug

Der Online-Modehändler Boohoo steht für günstige Kleidung – und nun auch in der Kritik für die schlechten Arbeitsbedingungen seiner Mitarbeiter. Bild: AFP

Nicht nur der Imageschaden des britischen Online-Modehändlers ist groß, nachdem über die illegal niedrigen Löhne in einem Subunternehmen berichtet wurde. Fast 2 Milliarden Pfund Börsenwert sind seit Anfang Juli ausradiert worden.

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          Es waren anderthalb Horrorwochen für Aktionäre des britischen Billig-Modeherstellers Boohoo, nachdem ein Zeitungsbericht illegal niedrige Löhne in einem Boohoo-Subunternehmen in Leicester aufgedeckt hat. Nicht nur ist der Imageschaden groß, das ganze Geschäftsmodell des „Fast Fashion„-Onlinehändlers, der sehr günstige Kleidung vor allem an junge Frauen verkauft, steht in Frage.

          Philip Plickert
          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

          Noch Anfang Juli lag der Boohoo-Kurs bei 400 Pence, seit dem Enthüllungsbericht der „Sunday Times“ vom 5. Juli ist er sturzartig eingebrochen. Am Montag verlor die Aktie nochmal 14 Prozent und lag nur noch bei 240 Pence. Der Wert des im Jahr 2006 gegründeten Modehändlers, der 2014 an die Börse ging und dann rasant wuchs bis auf über 5 Milliarden Pfund Bewertung, ist damit seit Anfang Juli um 40 Prozent geschrumpft. Fast 2 Milliarden Pfund Börsenwert sind ausradiert worden.

          Der Großaktionär Standard Life Aberdeen, einer der wichtigsten Vermögensverwalter Britanniens, hat sich von Boohoo verabschiedet wegen der negativen Berichte. Modehändler wie Next, Asos, Very und Zalando haben Boohoo-Produkte aus dem Sortiment genommen. Das britische Unternehmen will eine unabhängige Untersuchung der Vorwürfe finanzieren, streitet aber ab, aktiv in die Mindestlohnverstöße involviert zu sein. In den Fabriken und Packbetrieben in Leicester werden nach verschiedenen Berichten real oft nur Stundenlöhne von 3 bis 4 Pfund gezahlt, weit unter dem gesetzlichen Minimum von 8,72 Pfund.

          Nun bahnt sich ein zweiter, ähnlich gelagerter Fall an: Auch die Aktie des Modehändlers Quiz aus Glasgow befindet sich nach einem Bericht über Mindestlohnverstöße bei einem Subunternehmen in Leicester auf Talfahrt. Am Montag startete das Papier mit 21 Prozent Minus, erholte sich dann aber teilweise auf 5 Prozent Minus. Quiz-Chef Tarak Ramzan zeigte sich „extrem beunruhigt“ über den Bericht, die geschilderten Arbeitsbedingungen seien „total inakzeptabel“.

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