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Deutsche Bank : Lob ist verfrüht

  • -Aktualisiert am

Die Zentrale der Deutschen Bank Bild: DPA

Die Deutsche Bank hat nach ihrer Trendwende viel Lob erhalten. Aber Boni, Cum-Ex und Geldwäschekontrollen werfen noch Schatten auf die erfolgreiche Sanierung.

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          Der Vorstand der Deutschen Bank hat sich mit dem ersten Gewinn nach fünf Verlustjahren ausgerechnet im Corona-Jahr viel Respekt und Vertrauen erarbeitet. Ein Aktionär sprach auf der virtuellen Hauptversammlung sogar davon, er sei seit Langem wieder stolz, Miteigentümer der Deutschen Bank zu sein. So viel Lob ist angesichts der vielen Rechtsverstöße in der Vergangenheit ungewohnt und ein Stück weit verfrüht.

          Denn die Geldwäschekontrollen der Bank funktionieren weiterhin mehr schlecht als recht, wie die Bankenaufsicht gerade erst wieder moniert hat. Auf der Hauptversammlung war auch davon die Rede, dass gegen einen amtierenden Bankvorstand im Cum-Ex-Komplex ermittelt wird. Und auch der vom früheren Ko-Vorstandsvorsitzenden Anshu Jain schon vor bald zehn Jahren angekündigte Kulturwandel im Investmentbanking steht in Teilen noch aus.

          Anders ist kaum zu erklären, dass die Deutsche Bank dank üppig sprudelnder Boni 684 Einkommensmillionäre unter ihren Mitarbeitern zählt – viel mehr als ihre europäischen Wettbewerber. Für 2020 zahlte die Deutsche Bank rund 1,9 Milliarden Euro an Boni, fast 30 Prozent mehr als 2019. Diese Boni als notwendig, richtig und marktkonform zu bezeichnen, wie es Vorstand und Aufsichtsrat tun, ist in höchstem Maße angreifbar, solange die Deutsche Bank nicht in der Lage ist, eine Dividende an die Aktionäre zu zahlen.

          Hanno Mußler
          Redakteur in der Wirtschaft.

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