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Börsenwoche : Trotz Corona starke Unternehmenszahlen

Bulle und Bär beherrschen den Platz vor dem traditionsreichen Frankfurter Börsengebäude. Bild: Victor Hedwig

Mitten in der Corona-Krise fallen die Quartalszahlen vieler wichtiger Unternehmen weniger schlecht aus als befürchtet – manche sogar gut. Das ist ein wichtiges Signal für Aktionäre.

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          Wer sich als Anleger darauf eingestellt hatte, in der Berichtssaison im neuen Jahr eine Horrornachricht nach der anderen zu erfahren, erlebt womöglich gerade eine positive Überraschung. Die Analysten der Commerzbank jedenfalls fühlten sich angesichts der starken Berichtssaison der deutschen Großunternehmen über das Schlussquartal 2020 zu der bemerkenswerten Feststellung veranlasst: „Offensichtlich haben in vielen Bereichen die in etlichen europäischen Ländern verhängten neuerlichen Lockdowns das Geschäft kaum beeinträchtigt.“

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Dabei dachten sie offenbar weniger an die Deutsche Bank: Die hat zwar zum ersten Mal seit 2014 einen Gewinn erzielt, der den Aktionären zugutekommt, sei aber unter den Markterwartungen geblieben. Insgesamt elf Dax-Unternehmen haben bislang über das vierte Quartal berichtet. Fünf von ihnen, also 46 Prozent, übertrafen die Markterwartungen. Damit war die Ergebnisverteilung deutlich besser als im langfristigen Durchschnitt. Im M-Dax der mittelgroßen Werte gibt es schon 23 Berichte. Davon übertrafen 14 die Markterwartungen. Auch das ist besser als der langjährige Durchschnitt.

          Nun kann man lange darüber spekulieren, warum mitten in der Krise die Quartalsberichte gar nicht so schlecht ausfallen, wie man vielleicht vermuten würde. Zum Teil hatten die Unternehmen wohl einfach schon im Frühjahr 2020 sehr negative Szenarien angenommen und profitieren jetzt davon, dass es so schlimm nicht kommt. So hatte schon im Verlauf des vierten Quartals eine überdurchschnittlich hohe Zahl von Unternehmen ihre Erwartungen für das Gesamtjahr 2020 nach oben angepasst, obwohl sich das Land mitten im Lockdown befand. Auch die Deutsche Bank hatte im Frühjahr hohe Rückstellungen für ausfallgefährdete Kredite angekündigt – profitierte dann aber davon, dass Deutschland bislang wirtschaftlich von der Krise nicht so hart getroffen wurde wie manches andere Land.

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          Die Aktienmärkte waren in der zu Ende gehenden Woche ohnehin alles andere als in Krisenstimmung. Der Dax überschritt schon am Donnerstag die 14.000 Punkte und bewegte sich am Freitag weiter auf sein Rekordhoch von 14.131 Punkten zu. Der M-Dax und der S-Dax haben historische Höchststände erreicht – und das mitten in einer globalen Pandemie.

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