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Börsenwoche : Kein Wahlkampffieber an der Wall Street

Ob Biden oder Trump – für die Wall Street scheint der Wahlausgang weniger wichtig zu sein als eine Einigung auf das Corona-Konjunkturpaket. Bild: AP

Ob nun Donald Trump weitere vier Jahre im Amt bleibt, oder Joe Biden in das Weiße Haus einzieht, interessiert die Börsen derzeit wenig – nur Eines zählt für die amerikanischen Marktteilnehmer.

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          In den Vereinigten Staaten wird in zehn Tagen gewählt, der Wahlkampf befindet sich in seiner wohl heißesten Phase. In ihrem zweiten TV-Duell in der Nacht zum Freitag haben sich der amtierende Präsident Donald Trump von den Republikanern und sein Herausforderer Joe Biden von den Demokraten abermals gegenübergestanden. Dabei ließ Trump es sich nicht nehmen, sich als den klaren Favoriten der Börsen zu positionieren. „Sie sagen, wenn ich gewählt werde, wird der Aktienmarkt boomen“, so Trump. Sollte Biden gewählt werden, so seine Vorausschau, dann würden die Aktienmärkte „crashen“.

          Antonia Mannweiler

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          An der Wall Street ist keiner mehr überrascht von den apokalyptischen Börsenszenarien, die Trump gerne bei einem Wahlsieg der Demokraten zeichnet. Doch dass die Börsen „crashen“, das scheinen die Märkte derzeit wohl nicht einzupreisen – liegt der Demokrat Biden in vielen Umfragen doch vorne.

          Wer ins Weiße Haus einzieht auf kurze Sicht irrelevant

          Stattdessen hielten sich die Anleger in dieser Woche bedeckt. Ob nun Donald Trump weitere vier Jahre im Amt bleibt, oder Joe Biden in das Weiße Haus einzieht, scheint auf die kurze Sicht irrelevant. Wichtig für die Reaktion der Märkte seien vor allem die nächsten Fiskalpakete zur Bekämpfung der Pandemiefolgen heißt es da von Esty Dwek von Natixis Investment Managers. Und diese würden in jedem Szenario kommen. Ein bisschen mehr mit einer komplett „Blau“ gefärbten Regierung, ein wenig später, wenn Weißes Haus und Kongress nicht von derselben Partei geführt werden. Den Lärm der nächsten Tage bis zur Wahl empfiehlt Dwek daher zu überhören.

          An der Wall Street wurde das scheinbar befolgt. So bewegte sich der Dow-Jones-Index der Standardwerte im Wochenverlauf kaum von der Stelle. Der breiter gestreute amerikanische Aktienindex S&P 500 legte nur leicht zu.

          DOW JONES

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          Und auch in Europa werden die Börsen derzeit weniger von dem amerikanischen Wahlkampf dominiert als von den hohen Covid-19-Neuinfektionen, da bei vielen Marktteilnehmern die Furcht vor erneuten Lockdowns steigt. In Europa haben sich in dieser Woche nahezu alle Kurstafeln rot gefärbt. Zum Wochenschluss konnte der Eurozonen-Leitindex Euro Stoxx 50 aber einige Verluste wiedergutmachen.

          In Deutschland deutet sich beim Aktienmarktindex Dax trotz der Aufholjagd am Freitag auf Wochensicht noch ein Minus von rund 1,6 Prozent an. Weniger als zehn Dax-Werte schließen die Woche mit einem positiven Vorzeichen ab. Besonders unter die Räder gekommen waren dabei der Dax-Neuling Delivery Hero und der Softwarekonzern SAP mit Verlusten von jeweils mehr als 11 und 5 Prozent.

          DAX ®

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