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Börsenwoche : Für Jahresendrally fehlt Gewissheit

Carsten Klude, Chef-Volkswirt der Hamburger Privatbank M.M. Warburg Bild: M.M.Warburg

Gegen Ende eines Jahres steigen die Kurse oft stark an. Wird das im Pandemiejahr 2020 auch so sein? Der Banken-Volkswirt Carsten Klude etwa ist optimistisch, doch es gibt auch andere Meinungen.

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          Sie findet an den Aktienmärkten fast jährlich statt: die Jahresendrally. In der Adventszeit haben private Anleger dank des Weihnachtsgeldes Lust auf Aktien. Fondsmanager sind daran interessiert, ihre Portfolios durch Käufe von Gewinneraktien aufzupolieren (window dressing). Doch das sich zu Ende neigende Jahr ist angesichts der Corona-Pandemie ein außergewöhnliches. Was den Märkten fehlt, hat die zurückliegende Handelswoche gezeigt: Gewissheit über das Ende der Pandemie und die wirtschaftlichen Folgen der Lockdowns.

          Markus Frühauf

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Ersteres steigt und fällt mit den Aussichten auf den baldigen Einsatz eines Impfstoffs. Nun gibt es zwei Impfstoffprojekte, die Hoffnung machen. Noch länger ungewiss bleibt die zweite Frage, denn staatliche Hilfsmaßnahmen wie die Aussetzung der Insolvenzanmeldung verschleiern das wahre Ausmaß der Corona-Krise.

          Zu den Optimisten zählt Carsten Klude, Chef-Volkswirt der Hamburger Privatbank M.M. Warburg: „Die Aktienmärkte haben den Auftakt zur Jahresendrally eingeläutet.“ Auffällig in der aktuellen Entwicklung sei, dass sich vor allem zyklische Unternehmen positiv entwickelt hätten. Das zeigt der Blick auf die Gewinner im Dax in der zurückliegenden Woche: Daimler, BMW, der Kunststoffhersteller Covestro sowie Adidas sind alles Unternehmen, die mit der Konjunktur gehen, frei nach dem alten Schlager von Hazy Osterwald.

          Doch noch belasten die hohen Infektionszahlen und die verschärften Konjunkturmaßnahmen die Stimmung an den Börsen. Deshalb bleibt Commerzbank-Analyst Markus Wallner für die Unternehmenszahlen im vierten Quartal vorsichtig, nachdem die Ergebnisse dank der kräftigen Konjunkturerholung im dritten Quartal sehr gut ausgefallen waren. Die in vielen europäischen Ländern verhängten neuerlichen Einschränkungen dürften seiner Ansicht nach die Geschäfte vieler Unternehmen beeinträchtigen.

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          Geld- und fiskalpolitische Unterstützung in Kombination mit dem Machtwechsel in den Vereinigten Staaten sowie den Hoffnungen auf einen Impfstoff und den Post-Corona-Boom treiben die Aktienmärkte nach Ansicht der Analysten der DZ Bank an. Die Unternehmensgewinne sollten sich in den kommenden beiden Jahren dank besserer Wirtschaft erholen und dem Dax neue Rekorde bringen, schreiben sie in ihrem Wochenausblick. In ihrer Erstprognose für Ende 2021 erwarten die DZ-Bank-Analysten den Dax bei 14.000 Punkten. Das wäre ein Anstieg gegenüber dem aktuellen Niveau von gut 6 Prozent. Für einen Konjunkturboom ist das wenig, aber davon ist zuletzt auch schon ein großer Teil eingepreist worden.

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