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Erster deutscher Börsengang : Mit Luxusmode an die Wall Street

Michael Kliger, CEO von Mytheresa, ist kein Modemensch, sondern ein Mann der Zahlen. Bild: Tobias Schmitt

Mit einem klaren Fokus auf das Luxussegment ist Mytheresa eine der erfolgreichsten deutschen Online-Geschichten geworden. Was der Chef nach dem starken Börsendebüt plant.

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          Da geht man einmal in seinem Leben in New York an die Börse und dann kann man nur vom Büro in Aschheim aus per Videoschalte dabei sein. Michael Kliger, der Chef des Onlinemodehändlers Mytheresa gibt sich gelassen: „Ich wäre schon sehr gerne in New York dabei, aber ich bin auch so sehr zufrieden“, sagte Kliger am Donnerstag gegenüber der F.A.Z. Kein Wunder: Zum Debüt auf dem New Yorker Parkett ist der erste deutsche Börsenneuling des Jahres gleich mal 2,2 Milliarden Dollar wert – deutlich mehr als ursprünglich erwartet. Den avisierten Ausgabepreis von 10 bis 16 Dollar hatte das Unternehmen wegen der großer Nachfrage kurz vor Ende der Zeichnungsfrist noch einmal auf 24 bis 26 Dollar erhöht. Zum Handelsstart schoss der Aktienkurs am Donnerstag um 38 Prozent auf 35,85 Dollar nach oben.

          Tim  Kanning

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Mytheresa ist damit eine der erfolgreichsten deutschen Internet-Geschichten. Die Wurzeln liegen in der Theatinerstraße in München, wo das Ehepaar Susanne und Christoph Botschen 1987 die Modeboutique „Theresa“ eröffneten. 2006 starteten sie den Online-Shop „MyTheresa“, den sie im Jahr 2014 für 150 Millionen Dollar an den amerikanischen Einzelhandelskonzern Neiman Marcus verkauften. Der Onlinemarkt hat sich auf den Verkauf von Luxusmode und Haute Couture spezialisiert. Der Donald-Duck-Pullover von Gucci für 850 Euro, der Jumpsuit von Stella McCartney für 1800 Euro oder der Damenmantel von Jil Sander für 3500 Euro – das Unternehmen richtet sich an die wohlhabende Klientel, bei der es auf eine Null mehr oder weniger auf dem Preissschild nicht so ankommt. Für die wird die Mode auch schon mal nach Singapur oder Monaco geschickt – wo man eben gerade ein neues Outfit benötigt.

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