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Börsenmäntel : Beim Handeln mit Börsenmänteln ist viel Fachwissen gefragt

  • Aktualisiert am

          4 Min.

          Die allgemein freundliche Tendenz an den Aktienmärkten und Kursgewinne bei den jüngsten größeren Börsengängen wie Wincor Nixdorf, Lanxess oder Conergy haben geholfen, das Fenster zur Börse wieder etwas zu öffnen. Ganz so schwierig wie vor einem oder zwei Jahren ist der klassische Börsengang inzwischen nicht mehr.

          Das ändert aber nichts daran, daß zuletzt auch das Geschäft mit Börsenmänteln wieder eine spürbare Belebung erfahren hat. Vielmehr ist es vermutlich sogar die aufgehellte Stimmung an den Märkten, die auch diesem Segment auf die Sprünge geholfen hat. Während der Baisse, als auch die Spekulanten ihre Wunden leckten, wollte kaum jemand etwas von den riskanten Papieren wissen. Mittlerweile hat sich der Wind aber gedreht.

          Das bestätigt auch Sam Winkel, Vorstand der Bremer Carthago Capital AG, dessen Gesellschaft auf den Handel mit Börsenmänteln spezialisiert ist. „Das Interesse an Börsenmänteln ist deutlich gestiegen, die Zahl der Anfragen hat bei uns klar zugenommen“, weiß er zu berichten (lesen Sie dazu auch das Interview: "Bei Börsenmänteln ist Geduld eine wichtige Tugend").

          Und er ergänzt: „Die Kurse vieler Börsenmäntel sind in den vergangenen Monaten angesprungen, mehr als die Hälfte von ihnen haben zwischenzeitlich deutliche Wertsteigerungen erfahren. Ein gutes Beispiel ist die Questos-Aktie. Nachdem durchsickerte, daß die Gesellschaft von Carthago für eine Manteltransaktion fit gemacht werden soll, sprang der Kurs in kürzester Zeit von 0,25 auf 1,40 Euro gleich massiv an.“

          Die Gewinnchancen sind groß ...

          Kurssprünge dieser Art sind genau die Faszination, die eine bestimmte Anlegergruppe anzieht wie Motten das Licht. Was lockt, sind im Erfolgsfall immense Kursgewinne, die mitunter auch schon mal locker über 1.000 Prozent betragen können. Aber wie immer an der Börse sind auch Wetten auf Börsenmäntel keine Einbahnstraße ins Glück. Vielmehr warten auf die Investoren auch große Risiken.

          Christoph Schäfer, Vorstand bei der ebenfalls in dem Segment mitmischenden Falkenstein Nebenwerte AG, warnt jedenfalls eindringlich: „Es handelt sich um ein sehr spekulatives Geschäft. Das sollte jedem, der hier mitmischen will, unbedingt klar sein.“ Selbst die meisten Profis scheuten die damit verbundenen Gefahren, zumal für institutionelle Adressen auch die dünnen Börsenumsätze gegen ein Engagement sprächen ("Bei Börsenmänteln ist Geduld eine wichtige Tugend").

          Das Risiko, auf das alle Experten ausdrücklich hinweisen, liegt darin, daß von den vorhandenen Kandidaten letztlich vielleicht ein Zehntel wirklich für einen sauberen Börsenmantel taugt. Bis herausgefiltert ist, welche Titel das sind, müssen interessierte Investoren erst langwierige Hausaufgaben erledigen und Bilanzen studieren. Erschwert wird die Arbeit dadurch, daß kein Börsenmantel dem anderen gleicht.

          ... aber die Risiken ebenfalls

          Ein gewichtiges Problem ist auch, daß die Informationsbasis, auf der Entscheidungen getroffen werden müssen, oft dürftig ist. Für Außenstehende kann die wichtige Frage, ob tatsächlich alle Altlasten bereinigt sind oder nicht, häufig nicht abschließend beantwortet werden. Oft erweist es sich auch als schwierig, zu beurteilen, wie werthaltig die eingebrachten Vermögensgegenstände des Aufkäufers tatsächlich sind.

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