https://www.faz.net/aktuell/finanzen/boersenkorrektur-stellt-schwellenlaender-vor-haertetest-18115204.html

Sorge vor Investorenflucht : Börsenkorrektur stellt Schwellenländer vor einen Härtetest

Viele Container im Hafen von Qingdao in der Provinz Shandong: Die harten Maßnahmen Chinas gegen die Corona-Pandemie erschweren die Abfertigung. Bild: Reuters

Zinswende und starker Dollar bringen zwar aufstrebende Volkswirtschaften in Bedrängnis, aber einige sind darauf vorbereitet. Manche Fachleute sehen sogar schon Einstiegsgelegenheiten.

          3 Min.

          Die Korrektur an den Finanzmärkten belastet auch Schwellenländer. Wie aus einer aktuellen Statistik des Weltbankenverbands Institute of International Finance (IIF) hervorgeht, haben die Investoren aus den aufstrebenden Volkswirtschaften im zweiten Quartal so viel Geld abgezogen wie zuletzt 2015 und 2016. Damals löste die Abwertung der chinesischen Währung Renminbi eine Investorenflucht aus den Schwellenländern aus. Diesmal treffen die Abflüsse von rund 20 Milliarden Dollar die Emerging Markets mit Ausnahme der Volksrepublik, die trotz ihrer strikten Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie Mittelzuflüsse verzeichnete. Seit Jahresanfang stehen Anlagen in den Schwellenländern ebenso unter Druck wie in den Industrieländern.

          Markus Frühauf
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Der MSCI-Index für die Emerging Markets liegt mit 18,5 Prozent im Minus. Damit schneidet er aber etwas besser ab als der Weltaktienindex MSCI World, der in diesem Zeitraum 23 Prozent eingebüßt hat. Anleihen von staatlichen Emittenten aus den Schwellenländern haben um 21 Prozent nachgegeben, während Unternehmensanleihen 15 Prozent verloren haben. „Alle Schwellenländer haben Gegenwind aufgrund der Energie- und Nahrungsmittelpreise“, sagt Michael Ganske, Fachmann für Schwellenländeranleihen bei der amerikanischen Fondsgesellschaft T. Rowe Price, im Gespräch mit der F.A.Z. Die Inflation wird seiner Ansicht nach hoch bleiben und das unabhängig davon, ob es sich um Rohstoffexporteure oder -importeure handelt.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Neue Wege: Der Wasserstand des Rheins ist so niedrig, dass Touristen zum Bingener Mäuseturm laufen können.

          Trockenheit am Mittelrhein : Als hätte es Steine in den Fluss geregnet

          Aus dem Mittelrhein ragen fußballfeldgroße Inseln. Der Wasserstand ist teilweise so niedrig, dass man den Fluss durchwaten kann. Manche Fähren stellen den Betrieb ein – und Anwohner trauen ihren Augen kaum.
          Russische Touristen bei der Passkontrolle am Grenzübergang Nuijamaa in Lappeenranta

          Urlaub in Europa : Keine Visa mehr für russische Touristen?

          Nach dem russischen Überfall auf die Ukraine hat die EU in ihren Sanktionspaketen Oligarchen mit Reiseverboten belegt. Russische Touristen können aber weiter Visa beantragen. Das sorgt für Unmut.

          Gendern von oben : Öffentlich-rechtliche Umerziehung

          Rundfunk und Fernsehen maßen sich eine sprachliche Erziehung an, die ihnen nicht zusteht. Sie verhalten sich dabei nicht nur zutiefst undemokratisch, es widerspricht auch dem Auftrag der öffentlich-rechtlichen Medien.