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Scherbaums Börse : Die nächste Generation Sixt

  • -Aktualisiert am

Schlüsselübergabe: Die Söhne von Patriarch Erich Sixt übernehmen bald das operative Geschäft. Bild: dpa

Familienunternehmen bereitet der Generationenwechsel oft Probleme. Durch den Rückzug des Patriarchen Erich Sixt bekommt die Autovermietung künftig zwei Ko-Chefs. Was bedeutet das für die Aktionäre und den Wandel zum Mobilitätsdienstleister der Zukunft?

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          Erich Sixt dürfte erleichtert gewesen sein, als er die Zahlen von Deutschlands größter Autovermietung für das Corona-Krisenjahr 2020 zum ersten Mal gesehen hat. Im Alter von 76 Jahren kommt er am Ende seiner Amtszeit als Vorstandschef doch noch um den ersten Verlust in 50 Jahren herum. Geholfen hat dabei der Verkauf des Leasinggeschäfts, sodass unter dem Strich doch noch ein Gewinn von 2 Millionen Euro nach Steuern stand.

          Zum Ablauf der diesjährigen Hauptversammlung am 16. Juni 2021 sagt Erich Sixt dann Servus. Er hat in den vergangenen fünf Jahrzehnten Sixt vom lokalen Autovermieter zu einem der weltweit führenden Premium-Mobilitätsanbieter geführt. Dennoch bleibt mit seinem (Un-)Ruhestand bei dem S-Dax-Unternehmen trotzdem alles beim Alten – gewissermaßen.

          Nun sind die Sixt-Söhne dran

          Der langjährige Vorstandsvorsitzende wird in den Aufsichtsrat wechseln und soll dort den Vorsitz von Tui-Chef Friedrich Joussen übernehmen. Finanzmarktteilnehmer müssen sich jedoch nicht an neue Gesichter gewöhnen. Der Vorstand wird in Zukunft gemeinsam von Erich Sixts Söhnen Alexander und Konstantin geführt. Die zukünftigen Ko-CEOs der Sixt SE sind seit 2015 Mitglieder des Vorstands. Damit wird die vierte Generation der Familie Sixt die Unternehmensleitung übernehmen.

          Es ist keine ganz einfache Zeit, in der sie an die Unternehmensspitze kommen. Ausgangsbeschränkungen zur Eindämmung der Corona-Infektionen haben die Flug- und Reisebranche stark getroffen und die Nachfrage nach Mietfahrzeugen einbrechen lassen.

          Gleichzeitig muss auch Sixt die Digitalisierung voranbringen, während neue Mobilitätskonzepte die Branche umkrempeln. Allerdings kann Sixt mit reichlich Erfahrung in diesem Bereich aufwarten, zum Beispiel beim Aufbau der Carsharing-App „DriveNow“ mit BMW.

          Kein Leasing-Geschäft mehr

          Heute werden sämtliche Digitalisierungsinitiativen des Konzerns gebündelt. Im Mittelpunkt steht die globale Mobilitätsplattform ONE, in der das Unternehmen 2019 sein komplettes Produktportfolio digitalisiert zusammenführte.

          Unser Autor Christoph Scherbaum ist Börsenfachmann und arbeitet als Finanzjournalist aus Ludwigsburg.
          Unser Autor Christoph Scherbaum ist Börsenfachmann und arbeitet als Finanzjournalist aus Ludwigsburg. : Bild: Christoph Scherbaum

          Über eine App werden Autovermietung, Carsharing sowie Taxi- und Fahrdienste angeboten. Im Sommer 2020 kam das Auto Abo Sixt+ hinzu. Auf diese Weise verleiht der Konzern nicht nur Fahrzeuge an seine Kunden. Diese werden gebunden und können wesentlich einfacher weitere Angebote des Unternehmens wahrnehmen, statt zur Konkurrenz zu laufen. Zudem wurde die Beteiligung an der Tochter Sixt Leasing im Februar 2020 an die Hyundai Bank verkauft und ein wichtiger Schritt bei der Neuaufstellung unternommen.

          Derzeit gilt es für Sixt, neue Konzepte auszuweiten und sich für einen erwarteten Anstieg der Nachfrage von Mobilitätsdienstleistungen nach Überwindung der Corona-Pandemie zu rüsten. Dies hat man in finanzieller Hinsicht bereits mit einem neuen langfristigen Konsortialkredit in Höhe von 750 Millionen Euro getan.

          Die neue Kreditlinie ersetzt den Anfang Mai 2020 abgeschlossenen, bislang ungenutzten Übergangskredit unter Beteiligung der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Neben diesem Übergangskredit hatte Sixt zudem mit Einsparungen auf die Corona-Pandemie reagiert und ist auch deshalb relativ gut durch die Krise gekommen.

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