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Börsenindizes : Dow überzeichnet die Hausse an Wall Street

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Der Dow Jones Industrial Average, das populärste Börsenbarometer der Welt, erweckt den Eindruck, Amerikas Aktienmarkt nähere sich den Rekordmarken des Jahres 2000. Die anderen Aktienindizes sind von ihren Rekordmarken noch weit entfernt.

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          Der Dow Jones Industrial Average, das populärste Börsenbarometer der Welt, überzeichnet die Erholung der Aktienkurse an der Wall Street. Indem der Dow in dieser Woche - wenn auch nur für 60 Sekunden - die Marke von 10.000 Punkten hinter sich ließ, erweckte er den Eindruck, daß sich Amerikas Aktienmarkt schon wieder den Rekordmarken des Jahres 2000 nähert. Für den Dow selbst mag dies auch zutreffen. Der Index müßte nur noch um rund 18 Prozent steigen, um sein Rekordhoch von 11.750 Punkten einzustellen. Die anderen großen Indizes, die eher den breiten Markt widerspiegeln als der nur 30 Werte umfassende Dow, haben aber noch einen langen Weg vor sich. Der S & P 500, der die 500 größten Aktiengesellschaften Amerikas abbildet, ist noch 47 Prozent von seiner Rekordmarke entfernt, der technologielastige Nasdaq Composite müßte sogar um weitere 169 Prozent steigen.

          Der Dow zeigt schon seit vielen Jahren eine größere Stetigkeit als die anderen Aktienindizes. Der Index hatte sich im Oktober vergangenen Jahres, als alle wichtigen amerikanischen Indizes auf ein langjähriges Tief gefallen waren, nur um 38 Prozent von seinem Rekordwert entfernt. Demgegenüber hatten sich der S & P 500 und der fast alle amerikanischen Aktien abbildende Wilshire 5.000 jeweils halbiert. Der Nasdaq Composite war in der Spitze sogar um fast 80 Prozent gegenüber seiner Rekordmarke zurückgefallen.

          Technologiebranche stark untergewichtet

          Die vergleichsweise stabile Entwicklung des Dow ist in erster Linie damit zu erklären, daß die sehr schwankungsanfällige Technologiebranche in dem Index nach wie vor stark untergewichtet ist. Nur vier der insgesamt 30 Dow-Werte sind Technologieaktien, nämlich IBM, Microsoft, Intel und Hewlett-Packard. Diese Unternehmen bringen es in dem Index derzeit nur auf ein Gewicht von 12,8 Prozent, wovon mehr als die Hälfte auf IBM entfällt, also ein Unternehmen, dessen Aktienkurs während der Spekulationsblase der späten neunziger Jahre nicht in den Sog der Nasdaq-Euphorie geraten war. Im S & P 500 sind Technologieaktien hingegen mit mehr als 18 Prozent gewichtet.

          Stetigkeit verleiht dem Dow daneben das hohe Gewicht der Konsumgüter- und Einzelhandelswerte. Auf Procter & Gamble, Altria Group (Philip Morris), Coca-Cola, McDonald's, Wal-Mart Stores und Home Depot entfallen fast ein Viertel aller Dow-Punkte. Das Index-Komitee, leitende Redakteure der Wirtschaftszeitung "Wall Street Journal" achtet zwar darauf, daß die im Dow enthaltenen Werte ein möglichst repräsentatives Abbild der amerikanischen Wirtschaft sind. Allerdings können sie die Gewichtung der einzelnen Branchen nicht genau steuern, da der Index ein arithmetischer Durchschnitt von Aktienkursen ist. Je höher also der absolute Kurs einer Aktie ist, desto höher ist die Gewichtung des Unternehmens in dem Index. Derzeit ist der Konsumgüterkonzern Procter & Gamble das Schwergewicht in dem Index. Mit einem Kurs von zuletzt 97 Dollar steuert die Muttergesellschaft der deutschen Wella 7,2 Prozent zum Dow bei. Es folgen IBM (6,8 Prozent), United Technologies (6,6 Prozent) und 3M (6 Prozent). Das Leichtgewicht ist mit 1,5 Prozent AT & T.

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