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Börsengang : Wohnmobilbauer Knaus Tabbert erscheint moderat bewertet

Wohnlich auf Reisen Bild: Picture-Alliance

Der Wohmobilhersteller Knaus Tabbert hat die Preisspanne für seinen Börsengang festgelegt. Sie erscheint vielversprechend.

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          Der Wohnwagen- und Wohnmobilhersteller Knaus Tabbert hat die Preisspanne für seinen geplanten Börsengang auf 58 bis 74 Euro je Aktie festgelegt. Insgesamt besteht das Angebot, das am Montag begonnen hat und am Dienstag der kommenden Woche enden soll, aus 4,945 Millionen Aktien, der erste Handelstag ist für den 23. September angepeilt. Nach dem Börsengang soll der Streubesitz bei rund 48 Prozent liegen.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Knaus Tabbert, das seine Absatzmärkte im Wesentlichen in Deutschland und Ungarn hat, hat im vergangenen Jahr rund 780 Millionen Euro umgesetzt, rund 7 Prozent mehr als im Jahr 2018 und fast ein Drittel mehr als 2017. 2018 sei das beste Jahr in der Firmengeschichte gewesen hieß es seinerzeit. Dazu trugen auch der Erwerb von weiteren Anteilen an Tochterunternehmen bei.

          In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres ging der Umsatz gegenüber der Vorjahresperiode dagegen coronabedingt um rund 9 Prozent auf knapp 360 Millionen Euro zurück, wobei die Verkaufspreise allerdings angehoben werden konnten. Dennoch fiel das Betriebsergebnis um knapp 19 Prozent auf 23,4 Millionen Euro. In den Vorjahren hatte dies jeweils zugelegt. Dabei stieg es 2019 deutlich stärker als 2018, als der Anstieg nur 1 Prozent betrug.

          Passend in die Zeit

          Das Unternehmen hat einen guten Zeitpunkt für den Börsengang gewählt. Denn trotz des Umsatz- und Gewinnrückgangs im ersten Halbjahr gilt die Branche eher als Profiteur der Corona-Pandemie, da Camping-Urlaub als im Trend liegend gilt. Zwar ist noch nicht klar, wie nachhaltig der Trend ist, doch zunächst sollte Knaus Tabbert davon profitieren.

          Auf Basis der Emissionsspanne wir die Marktkapitalisierung zwischen 600 und 770 Millionen Euro betragen. Bei einem Jahresumsatz 2019 in etwa des oberen Ende dieser Spanne scheint Kanus Tabbert damit zunächst einmal nicht hoch bewertet.

          Auf Basis der Gewinne von 2019 liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis zwischen 19 und 25. Für 2020 könnte dieses noch höher ausfallen, allerdings sollte man dies aufgrund der außergewöhnlichen Umstände wohl eher nicht überbewerten, entscheidend wird das Jahr 2021 sein, was ein wenig Unsicherheit in die tatsächliche Bewertung bringt.

          Mit gerade einmal 350.000 Aktien fällt der Anteil der Kapitalerhöhung am Börsengang gegenüber 3,95 Millionen Aktien aus dem Bestand der Alt-Aktionäre eher klein aus. In der Mitte der Preisspanne würden Knaus Tabbert damit knapp 22  Millionen Euro zufließen, die unter anderem in den Ausbau der Produktion in Ungarn investiert werden sollen.

          Abgebende Aktionäre sind in erster Linie die beiden niederländischen Finanzinvestoren Willem Paulus de Pundert und Klaas Meertens über ihre jeweiligen Private-Equity-Gesellschaften, deren Beteiligungen von rund 58 und 39 Prozent auf rund 30 und 20 Prozent sinken sollen. gemeinsam werden de Pundert und Mertens aber die Mehrheit an Knaus Tabbert behalten.

          Knaus Tabbert beabsichtigt, ab 2021 etwa die Hälfte des jährlichen Überschusses als Dividende auszuschütten, hieß es weiter. Auf Basis der Zahlen von 2019 entspräche das einer Emissions-Dividendenrendite von 2 bis 2,5 Prozent, wobei diese in Abhängigkeit vom Geschäftsjahr 2021 auch höher ausfallen könnte.

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