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Börsengang : Evonik will vor der Sommerpause an die Börse

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Einer der drei großen Börsenkandidaten: Der Spezialchemiekonzern Evonik Bild: AP

Der Chemiekonzern Evonik hat nun bestätigt, noch vor der Sommerpause an die Börse gehen zu wollen. Angepeilt ist offenbar ein Emissionserlös von 15 Milliarden Euro.

          Der Chemiekonzern Evonik treibt trotz der jüngsten Kursturbulenzen seinen Gang an die Börse voran. Eigentümer, Vorstand und Aufsichtsrat bestätigten am Freitag auch formell die Pläne für den milliardenschweren Verkauf von Anteilen an dem Essener Unternehmen. Die Aktien sollen noch vor der Sommerpause erstmals gehandelt werden, wie Evonik sowie die Eigentümer RAG-Stifung und die Beteiligungsgesellschaft CVC weiter mitteilten. „Trotz der herausfordernden Rahmenbedingungen an den Finanzmärkten gehen wir mit voller Zuversicht in die heiße Phase des geplanten Börsengangs“, sagte Evonik-Chef Klaus Engel. Der Mehrheitseigner RAG-Stiftung hatte indes zuletzt wachsende Risiken für den Börsengang gesehen und angekündigt, den Zeitplan dafür notfalls zu überprüfen.

          Einen genauen Termin für den ersten Handelstag nannten die Stiftung, CVC und Evonik am Freitag nicht. In Finanzkreisen hatte es zuletzt geheißen, die Aktien sollten am 25. Juni erstmals auf den Kurszetteln erscheinen. Wegen der Unsicherheiten um die Euro-Schuldenkrise und die Griechenland-Wahl - das südeuropäische Land wählt am 17. Juni, also eine gute Woche vor dem geplanten Evonik-Börsenstart ein neues Parlament - haben die Eigner Finanzkreisen zufolge ein Sicherheitsnetz gespannt: Die eigentliche Entscheidung über den Börsengang solle erst im Juni fallen, hatte es in Finanzkreisen geheißen. Dann lasse sich genau absehen, welche Erlöse mit der Aktienemission zu erzielen seien und welche Preisspanne für die Anteilsscheine festgelegt werden könne. Über die Preisspanne werde wohl am 9./10. Juni entschieden, hatte es weiter geheißen.

          Klaus Engel

          Stiftungschef Wilhelm Bonse-Geuking hatte einen Mindestwert für den Konzern von 15 Milliarden Euro angepeilt. Zuletzt hatte es in Finanzkreisen geheißen, es sei offen, ob diese Bewertung erreicht werden könne. Evonik hatte seine Pläne für den Sprung an die Börse, der das Unternehmen sogar in den Leitindex Dax führen könnte, bereits mehrfach verschieben müssen.

          „Das Unternehmen ist hervorragend für den avisierten Börsengang vorbereitet“, unterstrich Bonse-Geuking am Freitag. Evonik hatte sich in den vergangenen Jahren vom Mischkonzern zu einem auf Spezialchemie fokussierten Unternehmen gewandelt. Der
          Börsengang sei nun der „nächste logische Schritt“, betonte CVC-Vertreter Steve Koltes. Im vergangenen Jahr hatte Konzernchef Klaus Engel mit einem Umsatz von 14,5 Milliarden Euro und einem operativen Ergebnis (bereinigtes Ebitda) von 2,768 Milliarden Euro Rekordergebnisse vorlegen können. Im laufenden Jahr werde der operative Ertrag „auf oder leicht über“ den Werten des Vorjahres liegen, hatte Engel angekündigt.

          Ein Drittel der Aktien soll platziert werden

          „Nach aktuellem Zeitplan sind die Veröffentlichung des Wertpapierprospektes sowie die Handelsaufnahme noch vor der Sommerpause geplant“, hieß es in der Mitteilung weiter. Deutsche Bank und Goldman Sachs begleiten den geplanten Börsengang als
          globale Koordinatoren und Joint Bookrunner. Die Stiftung hält knapp 75 Prozent an Evonik, die übrigen Teile liegen beim Finanzinvestor CVC. Finanzkreisen zufolge soll rund ein Drittel der Evonik-Anteile am Markt platziert werden. RAG-Stiftung und CVC wollten ihre Anteile im Verhältnis 2:1 abgeben, hieß es in der Mitteilung weiter - der Finanzinvestor wird also überproportional an einem möglichen
          Börsengang beteiligt.

          Die Stiftung selbst will die möglichen Milliarden-Einnahmen aus dem Anteilsverkauf einsetzen, um die Folgekosten des 2018 auslaufenden deutschen Steinkohlebergbaus zu decken, der unter ihrem Dach gebündelt ist. Damit werden auch die Steinkohleländer Nordrhein-Westfalen sowie der Bund genau beobachten, welchen Erlös ein Anteilsverkauf in die Kassen der Stiftung spült. Hat sie nicht
          ausreichend Mittel, müsste eines Tages der Steuerzahler für die Folgekosten des Bergbaus gerade stehen.

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