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Börsengang : Cheplapharm soll den Anfang machen

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Auch Nahrungsergänzungsmittel gehören zum Portfolio von Cheplapharm. Bild: Lucas Bäuml

Mit Cheplapharm steht der erste Börsenneuling für 2022 in den Startlöchern. Wie immer bleibt abzuwarten, ob alles so kommt, wie derzeit erwartet. Die Bilanz für Börsengänge des Vorjahres ist nicht sehr ermutigend.

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          Der nordostdeutsche Arzneimittel-Hersteller Cheplapharm will an die Börse. Das Familienunternehmen aus Greifswald will in den kommenden Wochen brutto 750 Millionen Euro mit der Platzierung neuer Aktien erlösen, wie Cheplapharm am Montag mitteilte. Darüber hinaus wollen die Eigentümer, die Geschwister Sebastian Braun und Bianca Juha, Aktien verkaufen, denen Cheplapharm seit 2003 über die Braun Beteiligungs GmbH. gehört. Der Börsenaspirant will damit den Kauf weiterer Pharmaprodukte finanzieren und einen Teil seiner 2,45 Milliarden Euro Schulden zurückzahlen. Cheplapharm soll damit der erste Börsengang des Jahres an der Frankfurter Börse werden. Die Erstnotiz wäre demnach im Februar zu erwarten, das Unternehmen legt sich nur auf das erste Quartal fest.

          Ein Börsengang war erstmals im März des vergangenen Jahres ins Gespräch gekommen und für Herbst 2021 gar angekündigt. Mit der üblichen Begründung eines unsicheren Kapitalmarktumfelds war davon aber Abstand genommen worden. Einschließlich Schulden könnte Cheplapharm mit rund zehn Milliarden Euro bewertet werden, heißt es. Im März 2021 war noch von sieben bis acht Milliarden die Rede gewesen.

          Leben vom Zukauf

          Cheplapharm hat in den vergangenen 25 Jahren für mehr als drei Milliarden Euro ein Portfolio von mehr als 100 am Markt eingeführten Arznei- und  Nahrungsergänzungsmitteln sowie Medizinprodukten und Kosmetika gekauft, in der Regel nachdem deren Patentschutz ausgelaufen war. In den ersten neun Monaten 2021 betrug der Umsatz des Unternehmen 793 Millionen Euro und lag damit 60 Prozent über dem des Vorjahres, im Gesamtjahr soll es mehr als eine Milliarde Euro sein.

          Allerdings hat  Cheplapharm allein im vergangenen Jahr für 920 Millionen Euro Produkte hinzugekauft, darunter ein Portfolio von Mitteln gegen Herz-Kreislauf- und Stoffwechsel-Erkrankungen des japanischen Pharmakonzerns Takeda. „Wir glauben, dass wir der Partner der Wahl für führende globale Pharmaunternehmen sind, die sich von patentfreien pharmazeutischen Produkten trennen wollen“, sagte Co-Vorstandschef Braun.

          Hohe Schulden

          Auch 2022 soll die Einkaufstour bei Arzneimittelkonzernen wie AstraZeneca, Novartis, Roche oder Sanofi weitergehen. Die Übernahme weiterer Vermögenswerte für mehr als 1,8 Milliarden Euro würden „kurzfristig geprüft“, teilte Cheplapharm mit. Das operative Ergebnis (Ebitda) lag nach neun Monaten bei 481 Millionen Euro. Produktion und Vertrieb hat Cheplapharm an andere Unternehmen ausgelagert. Der Exportanteil beträgt mehr als 90 Prozent. 

          Bisher hat sich das Unternehmen vor allem über die Ausgabe von Hochzinsanleihen finanziert. Die drei ausstehenden Anleihen, die in den Jahren 2027 und 2028 fällig werden, summieren sich laut dem Finanzinformationsdienst Bloomberg auf ein Volumen von 1,51 Milliarden Euro. Hinzu kommt rund eine weitere Milliarde an Unternehmenskrediten mit einer Laufzeit bis 2025. Die Anleihen sind mit 3 Prozent jährlich verzinst, haben aber mit der Note „B“ ein eher schwaches Rating. Im Dezember hatte Moody's indes das Rating den Ausblick von „negativ“ auf „stabil“ wieder angehoben. Das Verhältnis von Bruttoverschuldung zu operativem Gewinn bezifferte Moody's dabei auf 4,5 bis 5,5.

          Moody's bescheinigte dem Unternehmen unter anderem eine gute therapeutische und geographische Diversifizierung und gute Mittelzuflüsse, bemängelte aber den „strukturellen Rückgang der Erträge“ aus dem nicht-patentgeschützten Teil des Portfolios. Das Unternehmen sei daher gezwungen, beständig zuzukaufen, um seine Umsätze zumindest aufrechtzuerhalten.Zudem sei die Finanzierung aggressiv gestaltet. So habe sich etwa die Bruttoverschuldung zwischen Ende 2018 und September 2021 mehr als verdreifacht.

          Die fünf Börsengänge des vergangenen Jahres bieten indes keine besonders gute Bilanz. Mit Ausnahme von Vantage Towers, die rund 27 Prozent über dem Ausgabepreis notieren, verloren alle Aktien gegenüber dem Ausgabepreis 30 Prozent und mehr. Wer in alle Aktien gleich viel investiert hätte, hätte damit rund 25 Prozent verloren. Gewichtet nach dem Volumen, sieht es etwas besser aus, da hätte sich der Verlust auf knapp 3 Prozent beschränkt.

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