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Dow Jones : Börsendinosaurier Exxon Mobil fliegt aus dem Leitindex

  • -Aktualisiert am

Logo von Exxon Mobil an der New Yorker Börse Bild: dpa

Daten sind das neue Öl: Ein Konzern, dessen Wurzeln in das 19. Jahrhundert zurückreichen, verlässt den amerikanischen Börsenindex Dow Jones. Anlass dafür ist eine Maßnahme von Apple.

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          Es ist eine Kettenreaktion, deren Symbolkraft kaum zu überbieten ist: Das immer höher bewertete Technologieunternehmen Apple spaltet seine begehrten Aktien auf, um für Kleinanleger erschwinglicher zu werden.

          Mark Fehr

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Dieser Schritt führt indirekt dazu, dass der Ölkonzern Exxon Mobil die oberste Börsenliga verlassen muss, was Beobachter als Beleg für den Bedeutungsverlust von Unternehmen des klassischen Industriezeitalters gegenüber der aufstrebenden Digitalwirtschaft sehen – zumindest an der Börse. Dabei handelt es sich schon um den fünften Aktiensplit von Apple, der der Anlass ist für den historischen Wachwechsel im Börsenindex Dow Jones Industrial.

          Das Technologieunternehmen aus dem Silicon Valley ist im Jahr 1980 an die Börse gegangen, ist also auch fast schon ein Börsenveteran, doch die Historie von Exxon Mobil reicht bis ins 19. Jahrhundert und damit noch deutlich weiter zurück. Damals hatte die Rockefeller-Dynastie den Grundstein nicht nur für das Unternehmen, sondern auch für das Öl-Zeitalter in den westlichen Industrienationen gelegt. Fossile Energien sind am Kapitalmarkt zwar nicht abgemeldet, wie der riesige Börsengang des staatlichen arabischen Ölkonzerns Saudi Aramco im vergangenen Jahr zeigte. Doch der Aktienkurs von Exxon Mobil hat sich vom Einbruch in der Corona-Krise bisher nicht erholt.

          Apple-Aktie

          APPLE

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          Apple dagegen eilt trotz – oder gerade wegen – der Pandemie von einem Börsenrekord zum nächsten. Jeder Anleger, der am Montag Apple-Aktien hielt, wird nach Handelsschluss am Freitag für jeden Anteilsschein drei weitere Aktien erhalten. Durch diese Aufspaltung wird sich weder der Marktwert des Unternehmens ändern noch der Wert der Aktienpakete der Anleger.

          Folgen hat dies indes für das Gewicht von Apple im Dow Jones Industrial. Der 124 Jahre alte Index gewichtet die Aktien nach ihrem Kurs und nicht wie moderne Indizes nach ihrem Marktwert. Daher sinkt das Gewicht von Apple und damit das der gesamten Technologie-Branche im Dow Jones. Zum Ausgleich soll ein weiterer Vertreter der Tech-Branche quasi zur Verstärkung aufrücken.

          Old Economy auf dem Rückzug

          Wie der Indexanbieter S&P am Dienstag mitteilte, handelt es sich dabei um den Unternehmenssoftwarehersteller Salesforce. Dessen Aktienkursentwicklung hat die von Exxon Mobil weit in den Schatten gestellt.

          Wenn der Dow am Montag zum ersten Mal in neuer Besetzung berechnet wird, werden noch zwei weitere Vertreter der „Old Economy“ den Index verlassen: Für den Pharmariesen Pfizer und den Rüstungskonzern Raytheon Technologies rücken dann das Biotechunternehmen Amgen und der Mischkonzern Honeywell nach. Auch dadurch wird das Gewicht der „New Economy“ im Index zulegen.

          Der Aktienindex Dow Jones Industrial ist neben dem S&P 500 sowie dem Index der Technologiebörse Nasdaq das wichtigste Aushängeschild des global tonangebenden amerikanischen Aktienmarktes. Da der Dow anders als der breit gefasste S&P 500 aber nur 30 Unternehmen abbildet, ist seine Rolle als Repräsentant der amerikanischen Wirtschaft und Börse umstritten.

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