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Die Vermögensfrage : Der perfekte Investitionszeitpunkt existiert nicht

Eine Jugendliche Besuchergruppe auf der Besuchertribüne betrachtet das Geschehen an der Frankfurter Börse. (Archivfoto) Bild: Julia Zimmermann

Viele Börsenanfänger hadern mit sich, ob sie heute mit investieren anfangen sollen oder nicht. Schließlich könnten die Kurse ja noch ein bisschen weiter fallen. Doch diese Denkweise ist ein Spiel mit dem Feuer.

          5 Min.

          Mit jedem weiteren Anlauf, den der Dax auf einen neuen Höchststand nimmt, aber auch in Erholungsphasen wie nach dem Einbruch im März 2020 fragen sich viele Börsenanfänger, ob jetzt nicht ein guter Zeitpunkt wäre, um selbst in den Aktienmarkt einzusteigen. Häufig werden dann Börsenweisheiten und Familienmitglieder zu Rate gezogen und fleißig Kurscharts studiert. Doch all das ist nur eine Illusion: Den richtigen Einstiegszeitpunkt gibt es nicht. Profis wissen, dass der beste Zeitpunkt zum Geldanlegen immer ist. Hinter dem Wunsch vieler Nichtaktionäre, den perfekten Zeitpunkt zu erwischen, steckt jedoch ein Gedanke, der tatsächlich Auswirkungen auf den langfristigen Erfolg haben kann.

          Madeleine Brühl
          Redakteurin in der Wirtschaft.

          „Einen bestimmten Zeitpunkt abzuwarten fällt unter die Disziplin des Market Timings“, sagt Andreas Hackethal. Er ist Professor für Finanzen am House of Finance der Frankfurter Goethe-Universität und leitet den Bereich „Household Finance“ am Leibniz-Institut SAFE. „Die Vorstellung ist ja, man könne irgendein Signal erhaschen oder durch bestimmte Regeln und technische Analysen den richtigen Zeitpunkt zum Einsteigen festlegen“, erklärt er und fügt hinzu: „Das ist nicht möglich.“ Gäbe es solche einfachen Regeln für den Einstieg, würde jeder Anleger danach handeln, und es ergäbe sich eine selbsterfüllende Prophezeiung. „Viele Anleger versuchen, den Markt mit gutem Timing zu schlagen, und weil es so viele vor allem auch große institutionelle Anbieter mit ihren enormen Summen probieren, funktioniert das nicht“, sagt auch Dirk Rathjen, Ko-Vorstand am Institut für Vermögensaufbau (IVA). Letztlich komme es nur darauf an, wann genug große Anbieter glauben, dass der Markt sich drehe, und ihre Milliarden entsprechend bewegen.

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