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Wochenausblick : Anleger zwischen Geldpolitik und Bilanzflut

  • Aktualisiert am

Börsianer dürften in der neuen Woche auf Richtungssuche bleiben. Bild: Reuters

Die neue Woche könnte dem Dax endlich die Richtung weisen. Wird aus der aktuellen Bärenmarktrally ein neuer Aufwärtstrend oder folgt die nächste Etappe nach unten? Entscheidende Impulse könnten einmal mehr aus Amerika kommen.

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          Börsianer dürften in der neuen Woche auf Richtungssuche bleiben: Auf der einen Seite nehmen Experten zufolge die Sorgen vor schneller steigenden Zinsen und einem globalen Handelskrieg zu. Auf der anderen Seite dürften viele Unternehmen mit guten Bilanzzahlen aufwarten. „Noch sind die Anleger an den Finanzmärkten bemüht, die Puzzleteilchen zu einem Gesamtbild zusammenzusetzen. Dabei ist allerdings nicht so ganz klar, welches Bild am Ende rauskommen wird“, sagt Volkswirtin Claudia Windt von der Helaba.

          In der vergangenen Woche rückte der Dax um 0,8 Prozent auf 12.540 Zähler vor und erzielte damit den vierten Wochengewinn in Folge. Das ist die längste Serie seit einem halben Jahr. Dennoch blieb der Zuwachs hinter der Entwicklung der vergangenen Wochen zurück. „Entweder gelingt dem Index bald der Sprung über 12.600 Punkte oder es folgt die nächste Etappe nach unten“, warnt ein Marktanalyst.

          Sorgenvoll wird auch auf die Ölpreise geschaut. Eine Entspannung, wie sie sich nach der jüngsten Twitterbotschaft von Donald Trump abzeichnet, dürfte die Börsen erleichtern. Der Präsident hatte die hohen Ölpreise kritisiert und „angesichts der „Öl-Rekordbestände überall“ als nicht akzeptabel bezeichnet. Ihr mögliches weiteres Anziehen - und der Rohstoffpreise allgemein - schürt hingegen Inflationsangst, wie Marktanalyst Milan Cutkovic von AxiTrader warnt.

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          Die amerikanische Notenbank müsste dann die Zinsschraube schneller anziehen, was „einen spürbaren Effekt auf die Aktienmärkte weltweit“ hätte. Jochen Stanzl von CMC Markets sorgt sich zudem um einen Euro-Anstieg über 1,2440 Dollar. Ein starker Euro kann deutschen Unternehmen den Absatz ihrer Waren erschweren.

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          Die Europäische Zentralbank (EZB) wird dagegen an dem bei 0,0 Prozent liegenden Leitzins der Euro-Zone bei ihrer Sitzung am Donnerstag eher nicht rütteln. EZB-Chef Mario Draghi werde wohl nur seine bisherigen Positionen wiederholen, prognostiziert Carsten Brzeski, Chef-Volkswirt für Deutschland und Österreich bei der ING-Bank. Die Entscheidung über das endgültige Ende der EZB-Anleihekäufe werde wohl erst im Juni fallen. Dennoch dürften die sich unerwartet deutlich abschwächende Wirtschaft im Euro-Raum und der amerikanische Handelsstreits mit China genügend Gesprächsstoff liefern für die Ratssitzung der europäischen Währungshüter.

          SAP macht den Auftakt

          Auf die Bilanzsaison blicken Experten dagegen optimistisch. „Wir erwarten solide Ergebnisse und einen weiter sehr konstruktiven Ausblick seitens der Unternehmen“, sagt Martin Lück, Chef-Anlagestratege für Deutschland, Österreich und Osteuropa beim weltgrößten Vermögensverwalter Blackrock. In den Vereinigten Staaten nimmt die Bilanzsaison richtig Fahrt auf. So legen etwa Coca-Cola (Dienstag), der Airbus-Rivale Boeing, Facebook (jeweils Mittwoch), Amazon und Microsoft (jeweils Donnerstag) Zahlen vor.

          EUR/USD

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          Auch ein knappes halbes Dutzend Dax-Firmen öffnet seine Bücher. Den Anfang macht SAP am Dienstag, Deutsche Börse am Mittwoch. Am Donnerstag folgen Dax-Neuling Covestro, Lufthansa, Volkswagen und die Deutsche Bank. Analysten trauen den Frankfurtern im ersten Quartal gerade einmal 330 Millionen Euro Gewinn zu bei Erträgen von rund 7,3 Milliarden Euro. Dabei ist das Auftaktquartal traditionell das stärkste im Jahresverlauf.

          Auch konjunkturseitig stehen einige Termine auf der Agenda. Am Dienstag wird der Ifo-Index veröffentlicht, der die Stimmung in den deutschen Chef-Etagen widerspiegelt. Die Analysten der DZ Bank erwarten einen erneuten Rückgang. „Die deutsche Wirtschaft steht nicht am Rande der Rezession“, betont Ökonom Michael Holstein. „Aber die geo- und handelspolitischen Belastungen der letzten Monate fordern zweifellos ihren Tribut.“ Dies dürfte sich nach Meinung von Volkswirten auch im Wirtschaftswachstum der Vereinigten Staaten widerspiegeln, wie aktuelle Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt am Freitag zeigen dürften.

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