https://www.faz.net/-gv6-9o4wq

Geldpolitik : Draghi schickt Euro auf Talfahrt – Trump protestiert

  • Aktualisiert am

EZB-Präsident Draghi bei einer Pressekonferenz Bild: dpa

Die Aussicht auf eine noch lockerere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank lässt den Euro fallen. Amerikas Präsident Donald Trump findet das unfair.

          Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) hat mit einer Rede den Euro-Kurs und die Renditen europäischer Staatsanleihen gedrückt. Auf einem Notenbanker-Treffen in portugiesischen Sintra bekundete Mario Draghi die Bereitschaft, die ohnehin schon expansive Geldpolitik in der Währungsunion weiter zu lockern, sollte dies erforderlich sein.

          Am Markt wird jetzt sogar über eine Zinssenkung der Europäischen Zentralbank noch in diesem Jahr spekuliert. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen fiel auf ein Rekordtief. Österreichische Staatsanleihen mit derselben Laufzeit wiesen erstmals eine negative Rendite auf, finnische und französische ebenfalls, außerdem Titel des Rettungsfonds EWS. Auch die Renditen auf griechische und italienische Anleihen gaben deutlich nach.

          Der Deutsche Aktienindex Dax dagegen stieg leicht auf 12.800 Punkte. An der Börse gewannen insbesondere die Aktien von Energieversorgern. So stieg der Kurs von RWE um 3,6 Prozent, der von Eon legt um 2 Prozent zu. Aktien von Versorgern gelten wegen ihrer meist stabilen Dividenden als Alternative zu Anleihen.

          Die Rede Draghis und die Wechselkursreaktion riefen wiederum den amerikanischen Präsidenten Donald Trump auf den Plan. „Europas Märkte steigen auf Basis von Kommentaren (unfair gegenüber den Vereinigten Staaten) von Mario D. heute“, schrieb Trump. Draghi habe einfach weitere Maßnahmen angekündigt, die den Europäern einen unfairen Vorteil gegenüber amerikanischen Konkurrenten böten – sie seien damit zu lange „davongekommen, gemeinsam mit China und anderen“.

          „Der Hauptrivale für die Vereinigten Staaten ist China. Die EZB ist ein Nebenkriegsschauplatz“, kommentierte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Weiter äußerte er: „Ich glaube, Trump will vor allem Druck auf seine eigene Zentralbank aufbauen. Die entscheidet ja am Mittwoch über ihre Leitzinsen, die sie dann spätestens im September senken dürfte, gefolgt von zwei weiteren Senkungen.“

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Transfer-Offensive : Borussia Dortmund hat ein großes Problem

          Der BVB beeindruckt mit seinen starken Neuzugängen. Doch die Offensive auf dem Transfermarkt hat auch ihre Schattenseiten. Der Kader ist nun viel zu üppig besetzt. Auf der Streichliste stehen prominente Namen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.