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Börsen : Leichte Gewinnmitnahmen im Dax

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Bild: F.A.Z.

Nach den kräftigen Kursanstiegen der vergangenen Wochen haben Anleger am Freitag im Dax Gewinne mitgenommen. Der Leitindex hielt sich jedoch stabil über der Marke von 5.300 Punkten, die er am Donnerstag erstmals wieder seit Anfang Oktober vergangenen Jahres geknackt hatte.

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          Nach den kräftigen Kursanstiegen der vergangenen Wochen haben Anleger am Freitag im Dax Gewinne mitgenommen. Der Leitindex hielt sich jedoch stabil über der Marke von 5.300 Punkten, die er am Donnerstag erstmals wieder seit Anfang Oktober vergangenen Jahres geknackt hatte.

          Er schloss mit minus 0,53 Prozent auf 5.332,14 Punkten und legte im Wochenverlauf damit um zwei Prozent zu. Im gesamten Monat Juli stieg der Dax sogar um knapp elf Prozent. „Auf dem jetzigen Niveau sind Gewinnmitnahmen keine Tragödie, sondern gesund“, sagte Kapitalmarktanalyst Robert Halver von der Baader Bank. „Am positiven Trend ändern sie nichts.“ Der TecDax ging kaum verändert mit minus 0,07 Prozent auf 673,19 Zähler in das Wochenende. Der MDax gewann dagegen 0,43 Prozent auf 6.204,36 Punkte.

          Die amerikanischen Börsen schlossen am Freitag uneinheitlich. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging 0,2 Prozent fester bei 9171 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P-500-Index blieb kaum verändert bei 987 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,3 Prozent auf 1978 Stellen.

          Der anhaltende Preisdruck im Kali-Sektor belastete die K+S-Papiere kräftig, die am Dax-Ende um 3,83 Prozent auf 39,38 Euro fielen. Zudem hatte die HSBC ihr Kursziel für die Titel des Düngemittelherstellers von 46,50 auf 45,00 Euro gesenkt. Das größte Risiko stelle ein Preisrückgang bei den Verhandlungen mit China dar, schrieben die Experten. Equinet hatte das Ziel der K+S-Aktie von 46,00 auf 40,00 Euro verringert.

          Conti-Aktien im Fokus

          Die Papiere des Konsumgüterherstellers Beiersdorf profitierten hingegen laut Händlern von den Umsatzzahlen des Rivalen L'Oreal zum zweiten Quartal, die besser als die des ersten ausgefallen waren. L'Oreal erwartet außerdem weiterhin eine moderate Erholung in der zweiten Jahreshälfte. Die Beiersdorf-Aktien gewannen 1,79 Prozent auf 35,33 Euro. Der Nivea-Produzent wird seine eigenen Quartalszahlen am Dienstag vorlegen.

          Im Fokus am Markt aber standen vor allem die Titel des Autozulieferers Continental, die unter zunehmenden Streitigkeiten mit dem Großaktionär Schaeffler litten und am MDax-Ende um 10,92 Prozent auf 24,15 Euro einbrachen. „Die Übernahme durch Schaeffler steht wahrlich nicht unter einem guten Stern“, urteilte Analyst Marc Gabriel vom Bankhaus Lampe und stufte die Aktie auf „Verkaufen“ ab. Als Investor dränge sich ein Engagement in diesem Papier aktuell nicht auf, da die Bewertung durch den Machtkampf zwischen den beiden Autozulieferern zunehmend an Bedeutung verliere, meinte er.

          Conti-Chef Karl-Thomas Neumann droht nach weniger als einem Jahr an der Konzernspitze das Aus. In einer dramatischen Nachtsitzung des Aufsichtsrats hat er den Machtkampf mit Schaeffler offensichtlich verloren. Nur der Widerstand der Arbeitnehmerseite verhinderte seine Absetzung. Schaeffler will einen starken Mann aus den eigenen Reihen auf dem Vorstandssessel installieren. In Aufsichtsratskreisen werden vor allem dem Schaeffler-Manager Elmar Degenhart Chancen für den Posten eingeräumt. Angeblich hat sich nun auch der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder eingeschaltet, wie die Zeitung „Die Welt“ vorab (Samstagausgabe) berichtet.

          Im TecDax büßten die Titel des Zahlungsabwicklers Wirecard nach etwas schwächer als erwartet ausgefallenen Eckzahlen zum zweiten Quartal und einem bestätigten Ausblick am Indexende 7,25 Prozent auf 7,55 Euro ein.

          Amerikansiche Börsen zeigen sich freundlich im frühen Handel

          Die amerikanischen Börsenindizes sind am Freitag nach einem negativen Auftakt gestützt auf positive Konjunktursignale und die Hoffnung auf ein Ende der Rezession gestiegen. Händler verwiesen auf die jüngsten Daten, denen zufolge sich in den Vereinigten Staaten ein Ende der durch die Finanzmarktkrise ausgelösten schweren Rezession abzeichnet. Die Talfahrt der amerikanischen Wirtschaft hatte sich im zweiten Quartal merklich abgeschwächt. Nach Einschätzung von Volkswirten hat die amerikanischen Konjunktur ihren Tiefpunkt durchschritten und dürfte im zweiten Halbjahr wieder wachsen.

          Der amerikanischen Leitindex Dow Jones stieg im frühen Handel um 0,45 Prozent auf 9.195,95 Zähler. Der marktbreite S&P-500-Index gewann 0,28 Prozent auf 989,51 Punkte. An der Technologiebörse NASDAQ kletterte der Composite-Index um 0,40 Prozent auf 1.992,25 Zähler. Für den Auswahlindex NASDAQ 100 ging es um 0,46 Prozent auf 1.617,30 Punkte nach oben.

          In der Region Chicago hatte sich die Wirtschaftsstimmung im Juli zudem deutlich aufgehellt. Der entsprechende Index war von 39,9 Punkten im Vormonat auf 43,4 Punkte gestiegen. Die Aufhellung fiel damit noch stärker als von Volkswirten mit 43,0 Punkten erwartet aus. Indexstände von über 50 Punkten signalisieren eine wirtschaftliche Belebung, während Werte darunter auf einen Rückgang hinweisen. Der Chicago-Index gilt als Indikator für den nationalen Einkaufsmanagerindex ISM, der kommende Woche veröffentlicht wird.

          Aktien von Walt Disney sackten um 2,71 Prozent auf 25,51 amerikanischen Dollar ab. Der Unterhaltungskonzern musste einen Gewinneinbruch von mehr als einem Viertel verkraften. Damit übertraf der Konzern dennoch die Analystenerwartungen leicht, enttäuschte allerdings beim Umsatz. Es gebe zwar Anzeichen einer Stabilisierung der Konjunktur, sagte Disney-Chef Robert Iger. Aber Tempo und Stärke der Erholung seien weiter unsicher.

          Nach einem drastischen Gewinneinbruch bei ExxonMobil am Vortag legte nun Chevron Corp. Zahlen vor, die ebenfalls die Markterwartungen verfehlten. Dennoch hielten sich die Aktien mit plus 0,98 Prozent bei 70,03 Dollar gut.

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