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Börsen-Kommentar : Amazons Billionen-Dollar-Frage

Amazon-Gründer Jeff Bezos hat gut lachen: Er ist der reichste Mann der Welt Bild: Reuters

Nach Apple ist nun auch Amazon an der Börse eine Billion Dollar wert. Doch es gibt einen wichtigen Unterschied, über den sich nachzudenken lohnt.

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          Eine Billion Dollar für ein Unternehmen. Das ist schon was. Amazon so viel Geld nun an der Börse wert. Wenn das Staunen über die astronomische Summe und die magische Marke abgeklungen ist, stellen sich zwei Fragen. Erstens: Was soll’s? Zweitens: Ist es das wert?

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Antwort auf die erste Frage ist einfacher, salopp gesagt: Mehr als eine runde Zahl ist es nicht. Amazon war davor und ist danach dasselbe Unternehmen. Und an den Aussichten der Aktie hat sich alleine dadurch auch nichts geändert. Oder doch? Das Überschreiten der Billionen-Grenze könnte einige Anleger darin bestärken, dass die Zukunft eben den großen Tech-Konzernen gehört – und einer davon ist Amazon.

          Das führt direkt zu Frage Nummer zwei. Amazon ist mit dem 28-fachen seines Buchwerts bewertet, dem 45-fachen des Mittelzuflusses und knapp dem Fünffachen des Umsatzes. Ganz zu schwiegen vom 185-fachen des Gewinns.

          Der deutsche Chemieriese BASF bringt es auf das Doppelte des Buchwerts und das 8,5-fache des Mittelzuflusses. Nun mag man argumentieren, dass Amazon ein riesiges Wachstumspotential habe und BASF, nun ja, weniger. Übrigens bringt es auch Apple - das erste private Unternehmen mit einem Marktwert von einer Billion Dollar - nur auf knapp das Zehnfache des Buchwerts und das 15-fache des Mittelzuflusses.

          Die Frage ist also: Sind die Aussichten für Amazon wirklich so viel besser, dass es noch in eine Bewertung hineinwachsen kann, die weniger vermutete Zukunft und mehr bewiesene Gegenwart enthält. Wer das für sich beantworten kann und glaubt, dass die Vision vom Amazon-Einzelhandelsmonopol Wirklichkeit werden wird, für den ist die Billion nur ein Zwischenstopp.

          Wer etwas skeptischer ist, freut sich am Kursanstieg und überlegt sich, wann der Punkt erreicht ist, an dem er seine Schäfchen ins Trockene bringt. Und das muss nicht bei der nächsten runden Zahl sein.

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