https://www.faz.net/-gv6-6nmcw

Börsen : Eon zieht den Dax nach oben

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Der Energieriese Eon hat mit seinen Geschäftszahlen dem Dax am Mittwoch zusammen mit einer nach oben laufenden Wall Street und optimistischen Erwartungen an die amerikanische Zentralbank zu einer Kurserholung verholfen.

          5 Min.

          Der Energieriese Eon hat mit seinen Geschäftszahlen dem Dax am Mittwoch zusammen mit einer nach oben laufenden Wall Street und optimistischen Erwartungen an die amerikanische Zentralbank zu einer Kurserholung verholfen.

          Der Leitindex Dax notierte zum Handelsschluss 1,22 Prozent höher als am Dienstag bei 5.350,09 Zählern. Für den MDax der mittelgroßen Werte ging es um 1,04 Prozent auf 6.380,86 Zähler hoch, der Technologiewerte-Index TecDax gewann 0,49 Prozent auf 685,39 Punkte.

          Analyst Christoph Schmidt von der N.M.F. AG sprach von einer Gegenbewegung zu den Börsenverlusten vom Vortag. Gestützt werde diese Erholung von Hoffnungen auf positive Überraschungen von der Sitzung der amerikanischen Notenbank (Fed) am Abend.

          September naht, traditionell einer der schwächsten Börsenmonate

          Für Unruhe sorgt laut Stratege Howard Wheeldon von BGC Partners auch der nahende September, der traditionell als einer der schwächsten Börsenmonate gilt. Doch dürfte der Spielraum nach unten begrenzt sein, da viele große Fonds den überraschenden Aufwärtstrend der vergangenen Wochen verpasst hätten.

          Händler berichteten von einem insgesamt mauen Geschäft. Viele Anleger hielten sich weiter zurück, da sie den Kommentar der amerikanischen Notenbank (Fed) am Abend abwarten wollten. Die Zentralbanker dürften die Zinsen unverändert lassen, könnten sich aber zur Lage der Konjunktur äußern.

          Eon-Aktien lagen nach Zahlen mit plus 5,35 Prozent auf 27,19 Euro an der Dax-Spitze. Der größte deutsche Energiekonzern kommt besser durch die Wirtschaftskrise als erwartet und hatte für das erste Halbjahr trotz eines Rückgangs des Strom- und Gasverbrauchs in den Kernmärkten einen stabilen bereinigten operativen Gewinn gemeldet. Händler und Analysten lobten nicht nur die Halbjahresergebnisse, sondern auch den wieder optimistischeren Ausblick auf das Gesamtjahr. Zudem hatte Eon sich mit einem kommunalen Konsortium auf den Verkauf seiner Stadtwerke-Holding Thüga geeinigt.

          Einer der schwächsten Werte im Leitindex waren hingegen Deutsche Post mit minus 0,22 Prozent auf 11,115 Euro. Die Citigroup hatte die Aktie aus Bewertungsgründen und mit Verweis auf Schwächen im Brief- und Expressgeschäft von „Buy“ auf „Hold“ abgestuft.

          Im MDax brachen Arcandor-Aktien angesichts des drohenden Endes für das Unternehmen als Schlusslicht um 14,29 Prozent auf 0,300 Euro ein. Die Zerschlagung des in die Insolvenz gerutschten Handels- und Touristikkonzerns rückt näher, da am 15. August 2009 die Suche nach einem neuen Ankerinvestor beendet werden soll. Arcandor bewertet nach eigener Aussage „die Chancen, einen Ankerinvestor zu finden, der die Fortführung des Konzerns ermöglicht, inzwischen als äußerst gering“. Händler bezeichneten das Unternehmen als „klinisch tot“ und erwarten, dass Konkurrent Metro sich die „Filetstücke“ der Warenhäuser einverleiben wird. Dessen Papiere schlossen 1,78 Prozent höher bei 38,31 Euro.

          Die Titel des Spezialchemie-Unternehmens Lanxess verloren 3,63 Prozent auf 19,93 Euro. Trotz eines vergleichsweise robusten zweiten Quartals war Lanxess beim Ausblick für das Gesamtjahr weiter vage geblieben und verlängert sein Sparprogramm um zwei Jahre. Das Geschäftsumfeld sei „nach wie vor schwierig“ und Rückschläge seien nicht auszuschließen, sagte Konzernchef Axel Heitmann. Dies stieß bei Börsianern auf weniger Beifall als die Zahlen.

          Keine Überraschungen bei Conti

          Continental-Aktien reagierten nicht erkennbar auf den Führungswechsel und schlossen 1,50 Prozent schwächer bei 23,64 Euro. Der Schaeffler-Manager Elmar Degenhart wird neuer Vorstandschef des Autozulieferers und löst Karl-Thomas Neumann ab, der nach einem erbitterten Machtkampf mit Großaktionär Schaeffler abberufen wurde. Zugleich aber muss auch der Schaeffler-Berater Rolf Koerfer seinen Posten als Aufsichtsratschef aufgeben. Ein Analyst sagte, alles in allem entsprächen die personellen Veränderungen dem, was schon seit Tagen in den Zeitungen gestanden habe, und seien daher keine Überraschung.

          Der Kupferproduzent Aurubis meldete für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2008/2009 wie erwartet weiterhin rote Zahlen und wagt ebenfalls keinen konkreten Ausblick. Einem Händler zufolge fielen die Zahlen jedoch bis auf den Umsatz besser als am Markt erwartet aus. Der Ausblick sei zwar weiter vorsichtig, „aber nicht wirklich schlecht“. Die Titel büßten dennoch 3,01 Prozent auf 24,50 Euro ein, hatten aber seit Mitte Juni insgesamt rund 30 Prozent gewonnen.

          Weitere Themen

          Bundesfinanzminister Scholz zieht Lehren aus Wirecard

          Strengere Kontrolle : Bundesfinanzminister Scholz zieht Lehren aus Wirecard

          Der Skandal um den Dax-Konzern soll eine EU-weite Aufsicht über Zahlungsdienstleister zur Folge haben. Zudem soll die Börsenaufsicht wie das amerikanische Vorbild SEC schlagkräftiger werden. Die Zentralisierung der Aufsicht zeigt sich auch an anderen Stellen.

          Topmeldungen

          „Sicherheitsgesetz“ : Hongkong droht nun Zensur

          Hongkongs „Sicherheitsgesetz“ schränkt seine Einwohner stark ein. Nicht einmal Plakate ohne Parolen toleriert die Polizei noch. Netzwerke wie Facebook wollen nun keine Nutzerdaten mehr weitergeben. Wird China sie verbieten?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.