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Börsen : David hat keine Chance gegen Goliath

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OM Gruppen ohne Erfolg Bild:

Die Schweden von der OM Gruppen wollten es lange nicht eingestehen: Aber der spektakuläre Versuch, die London Stock Exchange zu übernehmen, ist gescheitert. Es zeigte sich, dass sie herzlich wenig Trümpfe in der Hand hielten.

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          Auch wenn sich die Schweden von der OM Gruppen lange geweigert haben, es zuzugeben: Der spektakuläre Versuch, die zweitgrößte Börse der Welt, die London Stock Exchange (LSE) in London zu übernehmen, ist gescheitert. Spätestens mit Ablauf der gesetzlich vorgeschriebenen Übernahmefrist waren sie heute gezwungen, die Karten auf den Tisch zu legen.

          Es zeigte sich nun, dass sie herzlich wenig Trümpfe in der Hand hielten. Lediglich 6,7 Prozent der LSE-Anteilseigner waren bereit, dem Übernahmeangebot zuzustimmen und ihre Anteile abzutreten. Und das, obwohl OM immerhin 31 Pfund für einen Anteil geboten hatte, der nach neutralen Schätzungen einen Wert von etwa 24 Pfund hat.

          Dabei hätten die Schweden für die erfolgreiche Übernahme nicht nur nach britischem Recht mindestens 50 Prozent aller Anteile benötigt. Eine Regelung in der Unternehmenssatzung der LSE erfordert sogar einen 75-prozentigen Anteil in einer Hand, um eine Stimmrechtsbegrenzung zu überwinden. Die besagt einfach, dass das Stimmrecht eines Anteilseigners auf 2,9 Prozent der Stimmen begrenzt wird, solange der nicht mindestens 75 Prozent aller Kapitalanteile hält.

          Damit geht ein monatelanges Buhlen um die traditionsreiche LSE zunächst zu Ende. Im Mai hatte der schwedische David mit dem Ansinnen, den wesentlich größeren Goliath LSE zu übernehmen, die dahindümpelnden Fusionsgespräche zwischen der deutschen Börse in Frankfurt und der Börse in London endgültig zum Scheitern gebracht.

          Nach Ansicht von Finanzmarktexperten hatte das OM-Angebot von Anfang an keine Aussicht auf Erfolg. Es war nach ihrer Meinung eher ein Marketinggag in eigener Sache.

          Zumindest dieser Zweck dürfte voll erfüllt worden sein. Denn monatelang wurde die kleine schwedische Börse OM in einem Atemzug mit den Schwergewichten der Branche, nämlich der amerikanischen Technologiebörse Nasdaq, der London Stock Exchange und der deutschen Börse genannt.

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