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Wochenausblick an den Börsen : Anleger hoffen auf goldenen Oktober

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EZB-Präsident Mario Draghi könnte am Donnerstag eine Drosselung der monatlichen Geldspritzen auf 40 von 60 Milliarden Euro ankündigen. Bild: AFP

Die Berichtssaison zum dritten Quartal nimmt Fahrt auf. Fast ein Viertel der Dax-Unternehmen wird diese Woche bilanzieren. Zudem wird die EZB-Zinssitzung und auch der Bitcoin für Gesprächsstoff sorgen.

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          Anleger können Experten zufolge auf neue Kursrekorde hoffen. „An den Arbeitsmärkten geht es aufwärts, der private Konsum ist robust, und die Unternehmensinvestitionen steigen", sagt Tine Choi, Chef-Anlagestrategin der Danske Bank. „Ein globaler Aufschwung in Kombination mit einer niedrigen Inflation bedeutet, dass sich die Wirtschaft in einem sogenannten 'Goldlöckchen-Szenario' befindet – ein für Anleger ideales Umfeld."

          Dabei surfen Anleger weiter auf einer Welle billigen Geldes. Zwar rechnen Börsianer mehrheitlich damit, dass EZB-Chef Mario Draghi am Donnerstag eine Drosselung der monatlichen Geldspritzen auf 40 von 60 Milliarden Euro ankündigen wird. Aber „zugleich erwarten wir, dass das Anleihekaufprogramm ab Januar 2018 um neun Monate verlängert wird", betont Jorgen Kjaersgaard, Chef des europäischen Bondgeschäfts beim Vermögensverwalter AllianceBernstein. Fortschritte bei der geplanten amerikanischen Steuerreform geben dem Konjunkturoptimismus zusätzliche Nahrung.

          Dow Jones

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          So trieb die Aussicht auf Steuersenkungen die Wall Street am Freitag auf neue Rekordwerte. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,7 Prozent höher auf 23.328 Punkten. Im Wochenvergleich stieg der Dow um zwei Prozent. In der neuen Woche könnte allerdings der Streit über die Unabhängigkeit Kataloniens den Investoren die Suppe versalzen. „Der Knatsch zwischen Madrid und Katalonien wird sich verschärfen, bevor sich die Lage verbessert", warnt Analyst Neil Wilson vom  Brokerhaus ETX Capital. Der Leitindex der Börse Madrid schloss am Freitag nach vorherigen Verlusten 0,25 Prozent im Plus. Die spanische Zentralregierung hatte sich zuletzt die Unterstützung der Oppositionsparteien in Madrid für die geplante Entmachtung der katalanischen Separatisten sichern können.

          DAX ®

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          Schon in der abgelaufenen Woche hielten die ungewissen Aussichten für die autonome Region den Dax in einer engen Spanne um die psychologisch wichtige 13.000er-Marke gefangen. Er ging am Freitag kaum verändert bei 12.991 Punkten aus dem Handel. Der EuroStoxx50 legte 0,1 Prozent auf 3605 Punkte zu.

          Der starke Euro und die Bilanzen

          Daneben wird die Bilanzsaison Investoren in der neuen Woche auf Trab halten. „Ein Viertel der Dax-Unternehmen lässt sich in die Bücher schauen", erläutert Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. „Dann wird sich zeigen, welche Spuren der starke Euro in den Bilanzen der exportorientierten Unternehmen hinterlassen hat." Die Gemeinschaftswährung hat seit Jahresbeginn rund zwölf Prozent auf derzeit rund 1,18 Dollar zugelegt. Dies schmälert die Wettbewerbsfähigkeit heimischer Firmen auf dem Weltmarkt.

          EUR/USD

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          Nach Einschätzung der Experten von Thomson Reuters Lipper haben die im Stoxx600 gelisteten europäischen Firmen ihre Gewinne im dritten Quartal im Schnitt um 5,3 Prozent gesteigert. Bei den Unternehmen aus dem amerikanischen Index S&P 500 gehen sie von einem Plus von 4,1 Prozent aus.

          Auf der Konjunkturseite steht am Mittwoch der Ifo-Index auf dem Terminplan, der die Stimmung in den deutschen Chef-Etagen widerspiegelt. Am Dienstag wird das Konjunktur-Barometer der europäischen Einkaufsmanager veröffentlicht. „Die Stimmung in der Wirtschaft im Euroraum könnte kaum besser sein", urteilt Commerzbank-Volkswirt Christoph Balz. „Weder der näher rückende EU-Austritt Großbritanniens noch die protektionistische Politik des neuen amerikanischen Präsidenten oder die spürbare Aufwertung des Euro scheinen die Unternehmen zu verunsichern."

          Am Markt für Krypto-Währungen warten Anleger gespannt auf den Mittwoch. Für diesen Tag ist eine erneute Aufspaltung von Bitcoin geplant - ein sogenannter „Hard Fork". Dabei erhielten Anleger - ähnlich wie bei der Abspaltung von „Bitcoin Cash" im Sommer - für jeden Bitcoin ein "Bitcoin Gold" geschenkt, erläutern die Analysten der BayernLB. Dies sei ein Grund für die Rally der klassischen Bitcoin, die den Kurs der ältesten und wichtigsten Internet-Währung am Freitag erstmals die Marke von 6000 Dollar übersteigen ließ.

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