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Börse : Tec-Dax steht kurz vor einem Rekord

Technikerin des börsennotierten Unternehmens Carl Zeiss Meditec Bild: Picture-Alliance

Nach den Hochs an Amerikas Börsen nähern sich auch deutsche Aktienindizes Rekordmarken. Das liegt auch an Unternehmen mit starken Technologien.

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          Die Anfang Oktober in Gang gekommene Jahresendrallye auf den globalen Aktienmärkten treibt jetzt auch deutsche Aktienindizes Richtung neuer Rekordniveaus. Beflügelt von Leitzinssenkungen in Europa, Amerika und in dieser Woche nun in China setzen offensichtlich immer mehr Anleger statt auf niedrig verzinste Anleihen lieber auf riskantere Aktien.

          Hanno Mußler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Dabei geraten offenbar besonders einige Unternehmen aus der Zeit des Neuen Marktes in ihren Blick. Der Technologieaktienindex Tec-Dax, der 2003 den damals verrufenen Nemax 50 als Leitindex der Deutschen Börse ablöste, kam am Dienstag seinem Rekord von 3049 Punkten immerhin bis auf einen Wimperschlag von zwei Punkten nahe. Den hatte er im Handelsverlauf des 4. Septembers 2018 aufgestellt hat.

          Seit Wochen stellen die Aktienindizes in Amerika schon einen Rekord nach dem anderen auf. Der Dow Jones zählt erstmals mehr als 28.000 Punkte, der Technologieaktienindex Nasdaq-Composite mehr als 8500 Punkte. Der Dax dagegen hat seinen am 23. Januar 2018 markierten Rekord von 13.596 Punkten noch nicht ganz wieder erreicht, aber von am Dienstag in der Spitze erreichten 13.372 Punkten aus fehlt nur ein Katzensprung von 1,7 Prozent.

          Bester Dax-Wert seit dem Rekord von Januar 2018 ist übrigens der Energieversorger RWE mit plus 57 Prozent. Noch besser entwickelte sich die gerade erst im September in den Dax aufgestiegene MTU-Aktie mit plus 63 Prozent. Aber im Dax gibt es eben auch etliche unter den 30 Aktien, die einen neuen Rekord bisher verhindert haben, allen voran die Deutsche Bank (minus 57 Prozent seit 23. Januar 2018), Covestro (minus 35 Prozent) und Continental (minus 49 Prozent).

          TecDAX ®

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          Immerhin zehn und damit ein Drittel der Dax-Werte haben seit dem Rekord des Index mehr als ein Viertel ihres Wertes verloren. Deutlich besser und sogar beständiger haben sich die deutschen Technologieaktien entwickelt. Seit dem Rekord des Tec-Dax am 4. September 2018 haben nur fünf von dreißig Tec-Dax-Unternehmen Kursverluste von mehr als 25 Prozent erlitten: Software AG, United Internet, Siltronic, Wirecard und Drillisch. Wohl auch wegen der relativ wenigen belastenden Aktien ist der Tec-Dax auf Rekordkurs.

          Sein Haupttreiber derzeit sind Biotechnikunternehmen. Um eines der größten, Qiagen, bahnt sich ein Übernahmekampf an. Die Qiagen-Aktie ist auf den höchsten Kurs seit 19 Jahren geklettert. Am besten abgeschnitten seit dem Rekordhoch von September 2018 hat im Tec-Dax der Apple-Zulieferer Dialog Semiconductor (plus 125 Prozent) gefolgt vom Windanlagenhersteller Nordex (41 Prozent) und dem Medizintechnikhersteller Carl Zeiss Meditec.

          Allerdings hat der Tec-Dax, wenn man ihn zurückrechnet, noch bei weitem nicht die Höchststände des Neuen Marktes wieder erreicht. Am 10. März 2000 erreichte der Nemax 50 den Rekord von 9694 Punkte. Zwar ist der seither mehrmals umgestaltete Tec-Dax in vieler Hinsicht nicht mit dem tief gefallenen Nemax 50 vergleichbar, aber der Tec-Dax löste ihn am 24. März 2003 mit 351 Punkten ab. Damit hat sich der Tec-Dax in bald siebzehn Jahren fast verneunfacht.

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