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Wochenausblick : Ergreifen jetzt Anleger die Flucht?

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Der Dow Jones hatte am Freitag den höchsten Tagesverlust seit Juni 2016 erlitten und droht weiter abzusacken. Bild: AFP

Am deutschen Aktienmarkt hat sich die Talfahrt zu Wochenbeginn fortgesetzt. Höhere Zinsen und ein starker Euro belasten, hinzu kommt die Korrektur an der Wall Street.

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          Am deutschen Aktienmarkt wie auch an den Börsen weltweit mehren sich nach dem jüngsten Rückschlag von den Rekordhochs die Alarmsignale. Der Dax fiel am Montag um bis zu 1,3 Prozent auf 12.622 Punkte – das niedrigste Niveau seit September. Er schloss am Tagesende 0,8 Prozent tiefer bei 12.687 Punkten.

          Damit hat der Aktienindex seit seinem Rekordhoch von 13.597 Punkten vor zwei Wochen bis zu 1000 Punkte oder 7 Prozent an Wert verloren. Der Euro zeigt sich mit einem Kurs von gut 1,24 Dollar weiterhin stark. An den Anleihemärkten sind die Zinsen gestiegen.

          In den Vereinigten Staaten fielen die Kursausschläge zeitweise noch deutlicher aus. Der Dow-Jones-Index verliert aktuell 0,75 Prozent. Am Freitag war der Index um 2,5 Prozent gefallen – der größte Tagesverlust seit der Brexit-Entscheidung im Juni 2016. Unter Börsianern war von einem regelrechten „Ausverkauf“ die Rede. Es gebe Befürchtungen, die steigenden Zinsen vor allem in Amerika könnten Aktien im Verhältnis zu Anleihen unattraktiver machen.

          Auf politischer Ebene rückt der geplante Abschluss der Koalitionsverhandlungen samt dem SPD-Mitgliederentscheid in den Blick, und europaweit nimmt die Berichtssaison der Unternehmen weiter Fahrt auf. Am deutschen Markt sind es aber vor allem Unternehmen aus der zweiten Reihe, die als nächstes ihre Bücher zum abgelaufenen Jahr öffnen. Konjunkturseitig geht es in der neuen Woche dagegen in den Vereinigten Staaten und in Europa etwas ruhiger zu als in der vergangenen.

          Es gibt Verkaufsignale

          Manch Marktteilnehmer spricht mit Blick auf die Börsen bereits von überhitzten Märkten. Zunehmend mehr Indikatoren, so auch der Bull & Bear-Indikator der Bank of America/Merrill Lynch, sendeten inzwischen „Verkaufssignale“ und falls es in zu einer Korrektur komme, dürfte das auch die deutschen Aktienmärkte deutlich beeinflussen, so ein Experte.

          DOW JONES

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          Deutschlands Fondsbranche rechnet trotz der Kursverluste nicht mit einer Umschichtung von Aktien in Anleihen in großem Stil. „So etwas sollte man nicht an kurzfristigen Trends festmachen“, sagte Tobias Pross, Präsident des Branchenverbandes BVI und Mitglied der Geschäftsführung von Allianz Global Investors am Montag auf der Jahrespressekonferenz des Verbands in Frankfurt. Der BVI berichtete von einem hervorragenden Jahr 2017, dem zweitbesten nach 2015, und einem Rekordvolumen in Fonds von 3 Billionen Euro in Deutschland. Auch der Januar habe sich gut entwickelt, von Rückgängen habe man nichts gehört. Das Umfeld spräche jenseits aller Unwägbarkeiten dafür, dass auch 2018 ein gutes Börsenjahr werde.

          Chefstratege Robert Greil von der Privatbank Merck Finck sieht in „stärker als erwartet steigenden Anleiherenditen das wichtigste Risiko für die Börsen im Jahr 2018“. Und die Weberbank nannte gleich den Grund dafür: Das Rätselraten um den geldpolitischen Fahrplan der Europäischen Zentralbank habe in diesem Jahr „deutliche Spuren“ an den festverzinslichen Märkten hinterlassen, schrieben die Experten. Zugleich verwiesen sie darauf, dass die Renditen für die richtungsweisenden zehnjährigen Staatsanleihen Deutschlands bereits um über 50 Prozent auf rund 0,7 Prozent gestiegen sind und raten daher „zu größter Vorsicht“.

          EUR/USD

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          Der zugleich steigende Euro oder - anders herum betrachtet - der fallende Dollar hängt ebenfalls als Damoklesschwert über den Aktien. Die erst kürzlich kurz über 1,25 Dollar gestiegene Gemeinschaftswährung verschreckte die Anleger spürbar, auch wenn Währungsexperten wie die der Helaba den Euro/Dollar-Kurs in den nächsten Monaten wieder deutlich unter 1,20 fallen sehen.

          Bilanz-Welle aus dem Dax

          Unternehmensseitig rücken in der neuen Woche unter den Dax-Konzernen vor allem der weltgrößte Rückversicherer Munich Re am Dienstag sowie die Commerzbank am Donnerstag mit ihren Jahreszahlen in den Fokus. Dabei dürften die schweren Wirbelstürme in Amerika und der Karibik der Munich Re 2017 wohl den Großteil ihres Gewinns gekostet haben. Analysten rechnen im Schnitt mit einem Überschuss von 575 Millionen Euro, was nicht einmal ein Viertel des Gewinns aus dem Vorjahr wäre. Der Blick auf die Commerzbank ist ebenfalls eher skeptisch: Zwar dürften die Ziele für 2017 erreicht worden sein, doch die für 2020 seien ambitioniert, vor allem die Erträge betreffend, meint etwa Warburg-Analyst Andreas Pläsier.

          DAX ®

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          Quartalszahlen stehen zudem am Montag vom Autozulieferer Stabilus an, des Essenlieferdienstes Delivery Hero und Osram am Mittwoch sowie von Wacker Chemie sowie von einigen Immobiliengesellschaften am Donnerstag.

          Konjunkturseitig sind es vor allem die deutschen Industrie-Indikatoren für Dezember, die am Dienstag und Mittwoch Aufmerksamkeit auf sich ziehen dürften. Nach zuletzt stärkeren Schwankungen in der deutschen Industrieproduktion rechnen die Postbank-Experten nun mit einer Stabilisierung. Die Auftragseingänge dürften im Monatsvergleich moderat zugelegt haben. In Amerika wird am Montag der ISM-Index für den Dienstleistungssektor das zentrale Ereignis sein. Nach zwei Rücksetzern in Folge weisen die Zeichen laut der Postbank auch wegen der verabschiedeten Steuerreform nun wieder auf einen Anstieg des Stimmungsbarometers.

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