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Börse in Sorge : Ölwerte stützen schwache Wall Street

  • Aktualisiert am

New York ist ein neues Zentrum der Pandemie. Bild: AP

Eine Entlassungswelle in Amerika entmutigt auch die Anleger. Aktien von Erdölunternehmen dagegen gewinnen, weil sich Entspannung im Preiskrieg abzeichnet.

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          Die anhaltende Entlassungswelle in Amerika macht Anleger nervös. In der Hoffnung auf eine Entspannung im Ölpreis-Krieg zwischen Saudi-Arabien und Russland griffen sie am Donnerstag aber immerhin bei Erdölwerten beherzt zu und bremsten die Talfahrt des Gesamtmarktes. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 verloren zur Eröffnung bis zu 0,3 Prozent.

          Die Zahl der Erstanträge auf amerikanische Arbeitslosenhilfe lag in der vergangenen Woche mit 6,6 Millionen sogar doppelt so hoch wie der bisherige Rekordwert, der erst in der Vorwoche aufgestellt wurde. Analysten hatten mit 3,5 Millionen Erstanträgen gerechnet. „Diese Zahlen sagen uns, dass die US-Wirtschaft eine Vollbremsung hingelegt hat“, sagte Anlagestratege Gennadiy Goldberg von der Investmentbank TD Securities. Das sei ein Abschwung in Zeitraffer-Tempo. Ein Grund für die vergleichsweise verhaltenen Kursreaktionen sei wohl, dass die Anleger das ganze Ausmaß noch nicht begriffen hätten.

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          Gegen den Trend gewannen die Aktien von Ölkonzernen wie Exxon oder Chevron bis zu 4,2 Prozent. Amerikas Präsident Donald Trump will zwischen Saudi-Arabien und Russland vermitteln, um die aktuelle Rohöl-Schwemme zu stoppen. Hiervon würden Börsianern zufolge vor allem die amerikanischen Schieferölproduzenten profitieren, da sie wegen des aufwendigen Fracking-Verfahrens erst ab einem Ölpreis von etwa 50 Dollar profitabel sind.

          Die amerikanische Ölsorte WTI verteuerte sich am Donnerstag um acht Prozent auf 21,94 Dollar je Barrel (159 Liter). Dies bescherte Schieferöl-Förderern wie Marathon, Occidental oder Apache Kursgewinne von bis zu 15 Prozent.

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