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Börse : Greenspan zündet eine Kursrally

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Alan Greenspan sieht die amerikanische Wirtschaft abkühlen. Fallende Aktienkurse und teurer werdende Kredite stimmen ihn nachdenklich. Im Notfall will er die Zinsen senken.

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          Die amerikanischen Börsen explodierten förmlich, nachdem Alan Greenspan die Abkühlung der US-Konjunktur offiziell anerkannte. Mit Blick auf fallende Aktienkurse und sich ausweitende Kreditspannen befürchtet der Präsident der US-Notenbank Fed einen zu starken Rückgang des Konsums, was wiederum die Wirtschaft weiter abbremsen würde. Zwischen den Zeilen deutete er für diesen Fall eine Zinssenkung an.

          Das war genau das, was sie Aktienhändler hören wollten. Nach positiven Nachrichten von der finnischen Nokia und mit zunehmender Wahrscheinlichkeit, dass George Bush US-Präsident werden würde, war das der Zündsatz für eine Kursrally. So legten die amerikanischen Börsen bis zum Mittag kräftig zu, der Dow Jones um 2,6 Prozent auf 10.835 Punkte, die Technologiewerte des Nasdaq stiegen sogar um mehr als acht Prozent. Das wäre der größte prozentuale Anstieg aller Zeiten, falls der Markt bei diesem Stand oder darüber schließen würde.

          Gewinner waren vor allem Halbleiterwerte, Biotechnologietitel, Netzwerk- , Software- und Hardwareunternehmen, neben Banken und Brokern. Gold, Nahrungsmittel- und Papierwerte dagegen neigten zu Schwäche.

          Allerdings waren nicht alle Marktteilnehmer von den Greenspan-Äußerungen so sonderlich überzeugt. „Im Prinzip sagte er nichts wesentlich Neues“, sagte ein Händler der Bank of New York in London. Nach seiner Meinung ist die aktuelle Entwicklung eher eine technische Erholung, die von Europa auf Amerika übertragen wurde. Auch die Verluste des Euro seien eher im alltäglichen Rahmen, er sei wie in den vergangenen Tagen eher positiv eingestellt.

          Davon blieben natürlich die europäischen Börsen nicht unberührt. So lag der Dax 30 am späten Nachmittag mit einem Plus von 3,3 Prozent bei 6.620 Punkten, während die Technologiewerte des Nemax-All-Share knapp vier Prozent auf 3.034 Zähler stiegen. Die europäischen Rentenmärkte schauten nahezu unverändert zu, während der Euro nachgab. Hatte er noch vor kurzem die 89-Cent-Marke kurz nach oben durchbrochen, knickte er am Nachmittag ein und lag am frühen Abend bei 87,87 US-Cent.

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