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Börse : Die 5.000 Punkte beim Dax sind schwer zu knacken

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Die 5.000 Punkte entpuppen sich für den Dax als massive Hürde Bild: dpa

Die Chancen standen am Mittwoch gut für den Dax, endlich die 5.000 Punkte zu knacken. Doch der Index scheiterte erneut an der Hürde.

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          Als wäre es nichts, hatte der Dax zunächst am Morgen die psychologisch wichtige Marke von 5.000 Punkten und den nahen Widerstand bei 5.005 Punkten genommen. Die Chancen standen gut, dass der Index endlich auch nachhaltig die Hürde nehmen könnte. Zum Handelsschluss verloren Investoren jedoch wieder das Vertrauen in den Aufschwung. Der Dax beendete den Mittwoch mit einem Plus von 0,1 Prozent auf 4.953 Punkte.

          Zum einen fehlte der Rückhalt aus den USA. Hier zeigen sich die Börsen zum europäischen Börsenschluss uneinheitlich mit einem positiven Dow Jones, aber einem Minuszeichen bei den Technologiewerten. Dabei hatten die am Nachmittag veröffentlichen Einzelhandelsumsätze noch Mut gemacht. Diese fielen deutlich besser aus als von den Analysten erwartet und bestätigten die zuletzt gehegten Hoffnungen, dass die US-Wirtschaft robuster ist als befürchtet.

          Zinsfantasie gebremst

          Aber zugleich interpretierten Anleger die Konjunkturdaten negativ, weil Alan Greenspan damit sein Ziel erreicht habe und somit keine weiteren Zinssenkungen nötig seien. Zudem sei die Hürde von 5.000 Punkten so massiv, dass sie kaum in einem Rutsch zu überwinden sei, meint Christoph Burkhalter, technischer Analyst von der Bank Vontobel.

          Da die US-Börsen aber nach dem europäischen Schluss noch einmal zugelegt haben, dürfte der Dax am Donnerstag womöglich bereits einen neuen Anlauf starten. Der Dow Jones gewann 0,7 Prozent auf 9.817 Punkte. Die Nasdaq schaffte sogar wieder den Sprung in die Gewinnzone und ging mit einem Plus von 0,6 prozent auf 1.903 Punkten aus dem Handel.

          Siemens und Lufthansa lagen vorne

          Bei den Einzelwerten im Dax zeigte sich ein uneinheitliches Bild. Mit Aufschlägen honorierten Anleger die Quartalsergebnisse von Siemens und Lufthansa, obwohl diese eigentlich wenig Grund zum Jubel gaben. Als wäre eine Milliarde Euro Quartalsverlust nichts, verbuchte die Aktie von Siemens kräftige Kursgewinne und legte 7,5 Prozent auf 62,14 Euro zu, ein neues Hoch seit Anfang August.

          Und auch bei der Lufthansa ignorierten Investoren die schlechten Nachrichten. Die Fluglinie hat die Umsatz- und Ergebniserwartung von gesenkt. Die Kranich-Aktie stieg um neun Prozent auf 14,40 Euro. Allerdings sank das Quartalsergebnis hier nicht so deutlich wie erwartet.

          Versicherungen gaben nach

          Auch die MAN-Aktie erholte sich um 7,7 Prozent auf 22,40 Euro. Der Nutzfahrzeughersteller führt gerade Gespräche mit der IG Metall über die Verlagerung von Arbeitsplätzen nach Polen. DaimlerChrysler profitierte von der Nachricht, dass der Partner Mitsubishi mit dem Abbau seiner Verluste offenbar vorankommt. Die Aktie gewann 2,3 Prozent auf 43,85 Euro.

          Auf der Verliererseite standen dagegen die Versicherungen. So büßten Allianz 2,6 Prozent auf 271,30 Euro und Münchener Rück 2,8 Prozent auf 306 Euro ein. Infineon, die zunächst von Hochstufungen und der Hoffnung auf eine Erholung im Chipsektor profitiert hatten, drehten im späten Geschäft ins Minus. Die Aktie fiel 0,7 Prozent auf 22 Euro.

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