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Börse : Der Dax sendet ein kleines Hoffnungssignal

  • Aktualisiert am

Dax-Kurse: Nervosität beherrscht die Börse Bild: dpa

Der Handelsstreit drückt die Aktienkurse und die Renditen sicherer Anleihen auf Rekordtiefs. Wie es an den Finanzmärkten weiter geht, könnte sich auch an der wichtigen Dax-Marke von 11.500 Punkten entscheiden.

          Der deutsche Aktienmarkt hat am Freitag zugelegt und seinen Verlust aus der turbulenten Handelswoche eingedämmt. Rückenwind kam von vagen Entspannungssignalen im amerikanisch-chinesischen Handelsstreit sowie von Zinshoffnungen für die Eurozone.

          Der Dax konnte gegen Mittag die zuvor unterbotene Marke von 11.500 Punkten knapp zurückerobern und notierte zuletzt 0,86 Prozent höher. Damit zeichnet sich für den Leitindex ein Wochenminus von rund 2 Prozent ab. Nach Auffassung der UBS kommt den 11.500 Punkten an diesem Freitag eine besondere Bedeutung zu. Sollte der Dax darüber ins Wochenende gehen, dürfte die Korrekturbewegung ein Ende finden, glauben die Charttechnik-Experten. Unterhalb von 11.500 Punkten wären hingegen die „Bären“ im Vorteil.

          Der MDax , der die Aktien mittelgroßer deutscher Unternehmen repräsentiert, stieg am Freitag zuletzt um 1,27 Prozent auf 24 693,16 Punkte. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone rückte um rund 1 Prozent vor. Auch der breiter gefasste F.A.Z.-Index lag am Nachmittag mehr als 1 Prozent im Plus.

          Jüngste Kommentare von Amerikas Präsident Donald Trump signalisieren Beobachtern zufolge, dass die Vereinigten Staaten an einer baldigen Beilegung des Zollkonflikts mit China interessiert sind. Donald Trump machte deutlich, dass beide Seiten etwas unternehmen wollen, nannte aber keine Details. Marktexperte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners sprach von einem positiven Zeichen, ein Durchbruch sei aber noch weit entfernt.

          Für Hoffnungen auf weiteres billiges Geld sorgten Äußerungen des finnischen Notenbankchefs Olli Rehn, der für eine spürbare Lockerung der EZB-Geldpolitik warb. „Es ist wichtig, dass wir im September ein umfassendes und wirksames Paket vorlegen“, sagte Rehn am Donnerstag der Finanzzeitung „Wall Street Journal“. Mit Blick auf die Finanzmärkte sei es zudem besser, die Erwartungen zu übertreffen als zu enttäuschen.

          Rehns Ankündigung von EZB-Maßnahmen schon im September könnten die Negativrekordjagd am Anleihenmarkt jedoch nur kurz unterbrechen. So fiel die Umlaufrendite am Rentenmarkt auf ein neues historisches Tief von minus 0,71 Prozent. Am Donnerstag hatte die Rendite noch minus 0,68 Prozent betragen.

          Auf Unternehmensseite ging es am Freitag deutlich ruhiger zu, nachdem die Quartalsberichtsaison so gut wie beendet ist. Die Aktien der Deutschen Euroshop sackten am MDax-Ende um mehr als 2 Prozent ab. Umsatz und operatives Ergebnis (Ebit) des auf Einkaufszentren spezialisierten Immobilieninvestors stagnierten weitgehend im ersten Halbjahr. Bei den Analysten kam das Zahlenwerk negativ an.

          Im Dax stiegen die Aktien des Agrarchemie- und Pharmakonzerns Bayer nach einer Kaufempfehlung der Bank of America um rund 2 Prozent. Schlusslicht waren die Aktien von Thyssenkrupp mit einem Minus von 0,8 Prozent ihren Abwärtskurs fortsetzten.

          Die Anteilsscheine der Deutschen Bank fielen vormittags bis auf einen historischen Tiefstand von 5,77 Euro, machten das Minus aber rasch wieder wett und notierten zuletzt 0,5 Prozent fester bei 5,91 Euro. Händler verwiesen zur Begründung der vorübergehenden Kursdelle auf den heutigen „kleinen Verfalltag“, der immer wieder für stärkere Schwankungen bei den betreffenden Wertpapieren oder Indizes sorgt. Am kleinen Verfalltag laufen an den Terminbörsen Optionen auf Aktien und Indizes aus.

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